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06.03.2013 | 12:16 10 Autor: Daniel Gerhardt RSS Feed

Kraftklub - Sagen dem Echo ab

News 18153Gestern wurden die Nominierten für den deutschen Musikpreis Echo bekannt gegeben, zu denen in der Kategorie "Rock/Alternativ National" auch die umstrittene Südtiroler Band Frei.Wild gehört. Aus diesem Grund bitten die ebenfalls nominierten Kraftklub darum, von der Liste der Award-Anwärter gestrichen zu werden.

Auf ihrer Facebook-Seite schreiben Kraftklub: "Wir haben unsere Plattenfirma gebeten, dafür zu sorgen, dass unsere Nominierung für den Echo in der Kategorie 'Rock/Alternativ National' zurückgezogen wird. Wir möchten nicht weiter in einer solchen Reihe [von Nominierten] genannt werden." Um klar zu machen, an wem genau sie sich stören, fügt die Chemnitzer Band hinzu: "Obwohl wir uns gefreut haben, zusammen mit Mia., Die Toten Hosen, Unheilig, und Die Ärzte nominiert gewesen zu sein. Schade um die schöne Aftershowparty."

Die Echo-Verleihung wird von der deutschen Phono-Akademie veranstaltet und findet dieses Jahr zum 22. Mal statt. In den meisten Kategorien wird die Liste der Nominierten auf Grundlage von Verkaufszahlen zusammengestellt, die von Media Control ermittelt werden. In den offiziellen Echo-Richtlinien heißt es dazu, dass "die Bestplatzierten der offiziellen Top-100-Album-Charts vom 26. Februar 2011 bis 24. Februar 2012" für den Preis zugelassen sind. Den Gewinner wählt dann eine Jury, der "Mitglieder des Bundesverbandes Musikindustrie e.V. und musikaffine Partner aus Rundfunk, Presse, TV sowie ehemalige Preisträger" angehören.

Gegen die schleichend einsetzende Akzeptanz von Frei.Wild im deutschen Musikmainstream hatte sich zuletzt mehrfach Widerstand geregt. So wurde die Band etwa von Jupiter Jones für ihren "exklusiven Nationalismus" und ihre Selbsteinschätzung als "unpolitisch" kritisiert. Nachdem das With-Full-Force-Festival Mitte Februar die Verpflichtung von Frei.Wild bekannt gab, erklärte ein Sponsor, seine Partnerschaft mit dem Festival bis auf weiteres ruhen zu lassen. Auch VISIONS trat als Präsentations-Partner des With Full Force zurück. Frei.Wild sagten ihren Auftritt bei dem Festival daraufhin ab.

UPDATE: Mittlerweile haben sich auch Die Ärzte zu Wort gemeldet. Sie schreiben auf ihrer Webseite: "Beim 'Wichtigsten Deutschen Musikpreis" ist mal wieder eine politisch fragwürdige Band nominiert. Da uns der Echo sowieso nie interessiert hat und unsere politische Einstellung hinreichend bekannt sein sollte, liegt der Rest in den Händen der sicherlich weisen Juroren."

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Kommentare (10)

Avatar von CaptainMorgan1984 CaptainMorgan1984 06.03.2013 | 12:21

Richtige Entscheidung - Hoffentlich richtungsweisend!

Avatar von götz waschk götz waschk 06.03.2013 | 12:47

Anscheinend hat der Bundesverband der Musikindustrie die südtiroler Rechtsrocker schon eingemeindet, warum sonst werden sie für einen Preis mit diesen Nominierungsbedingungen vorgesehen:

QUALIFIKATION
Für nationale Preise sind alle
deutschen Interpreten qualifiziert

Avatar von häxe73 häxe73 06.03.2013 | 13:05

Dann hat die Jury ja eine elegante Begründung für die Streichung FWs von der Liste in der Hinterhand. Denke mal Kraftklub ist nur der Anfang. Danke dafür Kraftklub. Den Anfang zu machen ist immer am wichtigsten.

Avatar von Fabbuu Fabbuu 06.03.2013 | 14:16

Mia. ist doch genauso verabscheuungswürdig bezüglich nationalistischer liedtexte und metaphern! Schade dass es zu deren "Nominierung" keinen Standpunkt gibt..

Avatar von pitchi85 pitchi85 06.03.2013 | 14:33

Also bitte...Mia jetzt mit Fuckwild zu vergleichen....
Die hatten mal eine Textpasage ,die etwas kontrovers war und dafür hat die band ca 4000 mal Stellung bezogen.

Avatar von CaptainMorgan1984 CaptainMorgan1984 06.03.2013 | 14:47

Seh ich genau so - MIA. mit den braunen Kaisern ... ähh ... den Jäger-Nazis ... ähh ... Fuck.Wild auf eine Stufe zu stellen ist absolut lächerlich!

Avatar von schmirglie schmirglie 06.03.2013 | 14:52

Campino müsste mal was sagen, ich glaube auf den würden die Leute hören. Aber wahrscheinlich sind die Tage, in denen ihm sowas zuzutrauen gewesen wäre, vorbei...

Avatar von FDOG FDOG 07.03.2013 | 09:30

In Bezug auf die Tiroler Deppen abzusagen ohne Hinweis auf MIA ist tatsächlich doppelbödig. Die Gefahr liegt im völkischen Nationaldenken, da haben sich MIA mehr als einmal eindeutig geäußert (siehe MIA ist übel-debatte). Der Nazivorwurf an Freiwild ist inhaltich so plump wie die Ausparung anderer Deppen (MIA)

Avatar von Pablito05 Pablito05 07.03.2013 | 11:12

Der rechten völkischen nationalistischen Dummheit keinen Zentimeter, nirgendwo. Nicht beim Echo. Nicht auf der Bühne. Nicht in Fussballstadien.
Nirgends.

Avatar von inflames30 inflames30 08.03.2013 | 09:18

eigentlich schade, das offentsichtlich überhaupt keine kritische auseinandersetzung mit frei.wild erfolgt. wir haben mal wieder einen buhmann gefunden und dann immer feste drauf. respekt kraftklub, mia und visions. )-: da wollen wir wohl mal wieder den eigenen ruf auf kosten anderer aufpolieren?! wenigstens von einer musikzeitschrift würde ich erwarten, das sie sich mal mit frei.wild zusammensetzt und mal ein ausführliches und vorallem OBJEKTIVES interview führt. stattdessen wird einfach nur vorveruteilt. ich habe frei.wild vor 2 jahren live auf dem rockharz-festival gesehen. da war eine tolle stimmung. es gab dort weder nazis noch fachistische gesten, gesänge oder sonstige dinge!!! frei.wild haben sich in ihren songs schon mehrfach ganz klar GEGEN rechts, fremdenhass und faschismus geäusssert. warum fallen diese klaren und unmissverständlichen statements der band immer unter den tisch??? stattdessen werden einzelne textpassagen zitiert und auch noch in einen völlig falschen kontext gesetzt!!! ist das absicht oder verstehen sie einfach nur die texte nicht????
zur vergangenheit von phillip burger möchte ich maleins sagen: er hat sicherlicherlich fehler gemacht, aber steht dazu und verleugnet weder sich noch seine vergangenheit. solche menschen sind mir alle mal lieber als moralapostel, die immer nur mit dem finger auf andere zeigen, um selber besser dazustehen!!!
MFG

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