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21.09.2011 | 20:44 9 Autor: Daniel Gerhardt RSS Feed

R.E.M. - Machen's gut

News 15040Trotz langer Laufzeit und nicht wegzudiskutierenden Abnutzungserscheinungen kommt das hier überraschend: Nach 15 Alben und 31 Bandjahren geben R.E.M. ihre Auflösung bekannt.

Auf ihrer Website verabschieden sich R.E.M. mit einer formlosen Nachricht. Darin bringen sie "große Dankbarkeit" für und ebenso "großes Erstaunen" über alles, was sie erreicht haben, zum Ausdruck. Außerdem richten sich alle drei Mitglieder mit eigenen Worten an die Fans, ohne jedoch handfeste Gründe für die Auflösung zu nennen. Alle schreiben von einer einvernehmlichen Trennung, anhaltender Freundschaft und einem vagen Gefühl, das Ziel der Reise erreicht zu haben.

R.E.M. haben das Bild des US-Indierock in den 80ern geprägt wie sonst nur noch Sonic Youth - mit ihren ersten fünf Alben auf I.R.S. Records werden sie zwischen 1983 und 1987 praktisch zu den Wegbereitern des Collegerock und etablieren mit zugänglichen, aber rau produzierten Songs eine neue Ästhetik in der amerikanischen Rockmusik. Vor allem die Vocals des enigmatischen Frontmanns Michael Stipe wirken neu und unerhört, nicht zuletzt, weil sie tief im Mix versinken und eher schüchtern gemurmelt als wirklich gesungen werden.

Ende der 80er wechseln R.E.M. zu einem Majorlabel und entwickeln sich nach Startschwierigkeiten zu einer der erfolgreichsten Bands der Welt. "Out Of Time" vekauft sich 1991 mehr als 16 Millionen Mal und bringt der Band mehrere Grammys ein, unter anderem für die Single "Losing My Religion". Auf "Automatic For The People" wird der Durchbruch nur ein Jahr später bestätigt; vielen Fans, die nicht als Frühphasen-Puristen einzig auf die I.R.S.-Jahre schwören, gilt die Platte als beste von R.E.M.

Den Rest ihrer Karriere verbringen R.E.M. damit, sich in ihrer Rolle als Rock'n'Roll-Großunternehmen zurechtzufinden. Ihre Alben bleiben gut und oft unberechenbar, auch wenn ihnen nach "Automatic For The People" kein allgemein anerkannter Klassiker mehr gelingt. Stipe vollzieht sogar eine Wandlung vom zurückgezogenen Frontmann wider Willen zur vorzeigbaren Rampensau, auf deren Grundlage sich R.E.M. auch als sichere Bank für Open Airs und Festival-Headliner-Slots bewähren. Gleichzeitig versucht die Band, sich mit ihren letzten beiden Alben "Accelerate" und "Collapse Into Now" auf ihre Anfänge zu besinnen und wehrt sich mit kernigem Indierock gegen das Älterwerden. Am Ende vergeblich, offenbar.

R.E.M. - "Walk Unafraid"

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Kommentare (9)

Avatar von mzet01 mzet01 21.09.2011 | 23:27

Heute Abend war mir irgendwie danach, mich noch mal ins letzte Album einzuhören,dann diese Nachricht. Sehr schade. Bin gespannt wie es mit den Herren Buch,Mills und Stipe nun weiter geht.

Avatar von Indo Indo 22.09.2011 | 07:27

irgendwie finde ich, dass auch diese band ihre bedeutung seit jahren verlohren hat und nurnoch von den lorbeeren der vergangenheit lebt, von daher - eigentlich der beste schritt in die zukunft.

Avatar von mzet01 mzet01 22.09.2011 | 08:01

Der Name ist Buck, nicht Buch.Sorry 'bout that ;).

Avatar von itsafake itsafake 22.09.2011 | 09:12

Ich glaube nicht, dass die Band ihre Bedeutung verloren hat - die letzten Alben allerdings an Relevanz. Ich will nicht sagen, dass ich den Schritt begrüsse - dazu bedeutet mir die Band insbesondere wegen ihrer frühen Alben zu viel. Aber er ist konsequent (andere haben das verpasst) und besser als nur noch "Handwerk" abzuliefern - eingeklemmt zwischen den nicht erfüllbaren Erwartung derjeniegen, die wollen, dass die Band wie früher klingt und derjeniegen, die wollen, dass jedes Album neu, frisch und überraschend klingt (am besten aber beides zusammen).

Avatar von cornello cornello 22.09.2011 | 10:10

Der Schritt kommt trotzdem 15 Jahre zu spät! Nach der Monster oder spätestens nach der "new adventures..." hättense schluss machen sollen.

Avatar von KurdtKillsBoddah KurdtKillsBoddah 22.09.2011 | 12:59

Eine Trennung nach der "Monster" oder der "New Adventures..."? Das wäre noch tragischer als jetzt, da wir sonst solche grandiosen Songs wie "Imitation Of Life", "All The Way To Reno", "Bad Day", "Animal" etc. nie gehört hätten!

Als ich gestern Abend nach Hause kam und mir meine Freundin von der Trennung berichtete, war das schon komisch. Leider habe ich sie nie live sehen können.

Avatar von cornello cornello 22.09.2011 | 13:29

@kurt

ist doch immer geschmackssache. grad die beiden von dir erstgenannten songs, find ich, sind die schlimmen nachwehen, die sie sich imo gespart hätten, wär das aus vorher gekommen. für mich waren monster und seine vorgänger starke alben zu ihrer zeit und 'how the west was won' und 'e-bow' saustarke songs auf der "new adventures..." danach kam nix mehr, was mich noch an der band interessiert hätte

Avatar von mighty_simon mighty_simon 22.09.2011 | 14:51

schade! ich fand dabei, gerade die letzte platte hatte wieder mehr schwung als beispielsweise "accelerate"...
da gibt's wiedervereinigungen von bands die wirklich niemandem mehr was zu sagen haben (blink 182...) oder neue scheiben, die wirklich an belanglosigkeit nicht mehr zu übertreffen sin (rhcp...) und die guten danken ab...
naja...
it's the end of the world as we know it!

Avatar von Indo Indo 22.09.2011 | 18:58

ich besitze zwar knap 2,5t alben aber nicht eines von der band. die hatten in den frueh 90ern echt viel medienpraesenz, das hat sich aber in den vergangegenen jahren sehr minimiert, aus dem augenwinkel kann man es also als bedeutungslosigkeit darstellen ... pers. kann ich also sagen, es ist fuer mich kein verlust.

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