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VISIONS Nr. 243 - 06/2013

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VISIONS 243

Es ist Teil der mystischen Aura, mit der sich die schwedische Okkult-Rock-Band Ghost B.C. umgibt, ihre Identität geheimzuhalten. Als gesichert gilt: Ghost stammen aus Linköping – so wie auch Anders Lindström von den Hellacopters, was immer wieder zu Verschwörungstheorien führt. Ob wirklich ein Zusammenhang zwischen den beiden Bands besteht, müsste man schon Lindstöm oder Ghost-Sänger Papa Emeritus II. fragen, der live mit Papst-Robe und Gesichtsprothese auftritt und hinter sich seine „Nameless Ghouls“ versammelt. Einen davon hat unser Autor Jens Mayer nach langem Ringen ans Telefon bekommen und konnte die Band der Stunde so aus nächster Nähe porträtieren.

Mehrfach sollten wir uns seitdem über den Weg laufen, dreimal allein zum Interview. Interviews mit den Deftones sind insofern besonders, als die Band aus sehr unterschiedlichen Charakteren besteht und auch untereinander kein Blatt vor den Mund nimmt. Oft habe ich Chi als Vermittler erlebt, als denjenigen, der Stephens harte Worte sozial verträglicher verpackte, oder als denjenigen, der Chinos Handlungen, den irrationalen Vibe der Band erklärte. Chi war auch ein Lebemann. Jedes gelebte Jahr war ihm anzusehen, wenn ich ihn wiedertraf. Er feierte gern, war lustig, aber dachte auch viel nach. Wer im Netz unterwegs ist, weiß, wie sehr Chis Tod auch sie als befreundete Musiker trifft. Aber selbst die, die ihn nur ein paar Mal kurz persönlich trafen, fühlen die Lücke, die Chi Cheng hinterlässt. Danke für die Hilfe damals, und die Musik.“

Apropos langes Ringen: Das liegt auch hinter Queens Of The Stone. Über ein halbes Jahrzehnt musste man auf ihr neues Album warten. „Es sind Dinge passiert, die nichts mit Musik zu tun haben“, sagte uns Josh Homme, „die aber dafür sorgen, dass einem Musik plötzlich nebensächlich vorkommt.“ Nach unserem Interview entschuldigte sich Homme vorsorglich für ein „deprimierendes Gespräch“, das in Wahrheit nicht so deprimierend ausfiel. Denn letztlich haben die Queens ebenso positive Energie aus ihrer eigenen Misere gezogen haben wie die New Yorker Indieband The National, die ebenfalls im neuen Heft ausführlich zu Wort kommt. In diesem Sinn: Viel Spaß mit VISIONS 243!

Dennis Plauk für die Redaktion

Die CD im Heft - All Areas Vol. 152 - mit QOTSA, Kylesa, Portugal The Man, Dillinger Escape Plan, City & Colour Boysetsfire, Jimmy Eat World u.v.m.

VISIONS Nr. 243 durchblättern

Inhalt der Ausgabe

Titelstory: Queens Of The Stone Age

Queens Of The Stone AgeFünf Alben haben sich Queens Of The Stone Age locker aus dem Ärmel geschüttelt, am sechsten wären sie fast zerbrochen: Über ein halbes Jahrzehnt ließ "…Like Clockwork" auf sich warten. Josh Homme wurde in dieser Zeit gleich mehrmals vom Leben durchgeschüttelt – so heftig, dass er am Ende keinen Sinn mehr in der Musik sah. Dabei war die Rettung aus der Misere viel näher, als er dachte. Homme und Troy Van Leeuwen über das Album, das sie mit "Blut und Schweiß erkaufen" mussten.

The National

The NationalJahrelang haben The National mit ihrem Haderer-Image gehadert, nebenher sind sie zur Vorzeige-Band des New Yorker Indierock aufgestiegen. Jetzt wo das geklärt wäre, starten sie die Flucht nach vorne: Ihr sechstes Album "Trouble Will Find Me" stürzt sich aus einer Position der Stärke heraus ins Unglück und badet im Selbstmitleid. Sänger Matt Berninger und Gitarrist Bryce Dessner erklären, was Schlaflosigkeit, tanzende Töchter und ihr Spaß an gebrochenen Herzen damit zu tun haben.

Boysetsfire

BoysetsfireWer glaubt, Nathan Gray hätte sich mit I Am Heresy genug auf seiner satanischen Spielwiese gewälzt, hat den Mann unterschätzt. Auch das neue Boysetsfire-Album "While A Nation Sleeps" verdeutlicht, wie manisch der 41-Jährige seinen nimmermüden Kreuzzug gegen übernatürliche Autoritäten und göttliche Erlöser, gegen ihre Kirchen, Moscheen, Synagogen und Schriften verfolgt – egal wie hart ihm dabei der Wind ins Gesicht bläst.

Ghost

GhostVom Underground-Phänomen in den Rock-Mainstream: eine Band, die ihr Gesicht nicht zeigt, dafür aber mit okkulter und satanistischer Optik kokettiert. Ein emeritierter Papst als Frontmann, der Songs singt, die den Pop der 60er, Rock der 70er, Metal der 80er und Alternative der 90er zu einem großen Gesamtkunstwerk vereinen. Gefährliche Spinner? Musikalische Genies? Oder mit allen Wassern gewaschene PR-Profis? Fest steht, Ghost B.C. sind größer, als so mancher anfangs gedacht hat.

Alice In Chains

GhostEs ist das zweite Album ihres zweiten Lebens, aber so ganz sind Alice In Chains auch jetzt noch nicht bei sich selbst angekommen. Weiterhin stemmt sich die Band gegen Erwartungshaltungen und ringt um ein gutes Verhältnis zu ihrer Vergangenheit. Doch die kämpferische Haltung bröckelt: "The Devil Put Dinosaurs Here" ist mehr als jeder seiner Vorgänger von einem zuversichtlichen, lebensbejahenden Ton geprägt – und offenbart die politische Seite der Band.

Weitere Themen:

Themeninterview: Brian Cook | Beady Eye | Bloodlights | The Computers | The Dillinger Escape Plan | Suede | A Pale Horse Named Death | Owls By Nature | Wolf People | Wie kauft man: Black Sabbath | Rantanplan | Megadeth | Kylesa | Jimmy Eat World | Airbourne | Orchid | Blinddate: Billy Talent | Marnie Stern | ASG | Jens Rachut | Portugal.The Man | Nosound | Rise Against | The Black Angels | Bruce Soord With Jonas Renkse

Außerdem:

Der Soundcheck in diesem Monat mit Queens Of The Stone Age, Kylesa, Jimmy Eat World, Beady Eye, The National, Dillinger Escape Plan, Portugal. The Man und vielen anderen. Plattenrezensionen von CD bis Vinyl, außerdem alle wichtigen Reissues und Film-Reviews.

Live

Konzertberichte aus den letzten Wochen. Diesmal unter anderem mit dem Groezrock, dem Monster Bash, Millencolin, Frank Turner, AC4, Polar Bear Club und dem Desert Fest.

Beilage: 152 - All Areas CD

Tracklisting

152 - All Areas CD Cover
  1. Queens Of The Stone Age - My God Is The Sun
  2. Jimmy Eat World - I Will Steal You Back
  3. Portugal. The Man - Evil Friends
  4. Boysetsfire - Everything Went Black
  5. The Dillinger Escape Plan - Nothing’s Funny
  6. Kylesa - Steady Breakdown
  7. City And Colour - Thirst
  8. Owls By Nature - Leavin’ Now
  9. Bloodlights - Arms Around It
  10. The Fume - Living For The Weekend
  11. Monster Truck - Sweet Mountain River
  12. ASG - Avalanche