23.04.2018 | 13:18 Autor: Jan Schwarzkamp

Kinofilm der Woche: A Beautiful Day

A Beautiful Day
  • Constantin Film
  • VÖ: 26.04.2018

Kriegsveteran Joe befreit entführte Kinder, bis sein eigenes Leben in Gefahr gerät. "A Beautiful Day" mit Joaquin Phoenix wird als der neue "Taxi Driver" gehandelt.

Sein Körper ist so geschunden wie massiv. Gewalt und Perversion steckt er als Ex-Militär locker weg. Joe (Joaquin Phoenix) ist kühl, konzentriert, konsequent. Er will nichts weiter, als entführte Kinder befreien und sich um seine alte, kranke Mutter kümmern. Eigentlich ist sie der einzige Grund für Joe, am Leben zu bleiben. Als Joe die minderjährige Nina aus der Gefangenschaft perverser mächtiger Politiker holt, löst er tief im Sumpf aus Korruption und Macht eine Kettenreaktion aus. Joes Taten sollen nicht ungesühnt bleiben. Schon bald muss er um sein eigenes Leben und das aller seiner Kontaktpersonen bangen. US-Autor Jonathan Ames lieferte die Novelle "You Were Never Really Here" (so auch der Originaltitel), die dem Film zugrunde liegt. Die schottische Regisseurin Lynne Ramsay hatte in der Hauptrolle früh Joaquin Phoenix vor Augen, der (mal wieder) wahnsinnig uneitel und mit Leibeskraft den psychisch und physisch kaputten Retter gibt. Dabei ist kein plakatives Rachespektakel entstanden, sondern ein deprimierendes Melodram, das seinen Gewaltanteil immer wieder nur passiv zeigt – durch statische Überwachungskameras, einen Deckenspiegel oder erst nach vollendeter Tat. Es ist ein schwerer Film mit dreckigem Thema, vermittelt mit Feingefühl und unter Zuhilfenahme des atonalen Soundtracks von Johnny Greenwood.