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18.02.2001 Autor: ARAGORN

Motorpsycho Timothys monster

Ich find es ja eigentlich nicht so klasse als erstes einen Klassiker zu bewerten, aber in diesem Fall fällt es mir nicht schwer: Timothys monster ist ein Album das man haben muß, wenn man mit Gitarrenmusik im weitesten Sinne was anfangen kann.Als ich die Scheibe(n) das erste Mal hörte wusste ich noch nicht viel damit anzufangen; es wollte sich mir Sound-mäßig einfach nicht erschließen, und da liegt eines der ersten Geheimnisse des Albums: Je länger man die Platte hört, desto selbstverständlicher wird sie; sie wächst von einer matschig produzierten Noiserock-Platte zu einem funkelnden Pop-Diamanten, nach und nach und Lied für Lied lernt man die Platte lieben. Ein einziges Wunder!



Aber nun zu den Songs:

Es beginnt ganz ruhig mit "feel", einem song der in des Sängers Wohnzimmer aufgenommen wurde und der trotz dieser "unprofessionellen" Umstände (oder gerade deswegen) eine fast meditative Ruhe ausstrahlt: Ein Song der mich immer wieder tief bewegt und die alltäglichen Sorgen nichtig erscheinen lässt.

Die folgenden "trapdoor" und "leave it like that" sind einfach nur geniale Songs, mit viel Emotion (wie das gesamte Album) und Cleverness umgesetzt. "a shrug and a fistful" irritiert zunächst durch das anfängliche Rauschen, mutiert aber zu einem grandios groovenden Rocksong. "kill some day" muß man einfach HÖREN: Sowas können NUR motorpsycho.

Bei "on my pillow" darf der gitarrist singen (sonst singt der "Basser"), was dem Song einen fast "schrägen" Charakter verleiht, aber natürlich nur anfangs...

"beautiful sister" ist einfach nur wunderschön, während "wearing yr smell" und "now it´s time to skate" echte "alternative-hits" sind.

"giftland" ist das erste längere Lied, hat sich mir erst spät erschlossen, war aber dann um so eindrucksvoller.Das darauffolgende "watersound" ist dermaßen atmosphärisch, melodisch, vertäumt und dennoch kantig, das einem der Mund offen stehen bleibt. "watersound" sticht aus diesem Album das man duchgehend mit"12" bewerten muß noch heraus. Mehr kann man nicht sagen.<br<
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Auf CD 2 geht es los mit" the wheel", einem 17 min.-Giganten psychedelisch und melodisch wie es nur MS. können, das darauffolgende "sungravy" ist gaaanz zurückgelehnt und ruhig, so daß "grindstone" danach ein sehr starken Kontrast bildet.



Den absoluten Ober-Hammer haben sich die Jungs aber bis zum Schluß aufbewahrt: "THE GOLDEN CORE" sprengt alles bisher dagewesene an Intensivität, Emotionalität, Songaufbau und praktische Umsetzung, ein Lied das man nicht beschreiben kann, ein Ganz-Körper-Erlebnis mit heftigster Rückenschauer-Garantie, 13 Minuten ausklinken aus der Welt, nach denen man sich umsieht und sich fragt " Oh Gott, was war das denn??? Und wo sind die 13 Minuten hin?"
"the golden core" ist mein song fürs Leben: es wird nie einen Song geben den ich mehr liebe...ehrlich.

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