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22.08.2001 Autor: DAS_EBS

Nine Inch Nails - The Downward Spiral (Platten der Neunziger)

Was kann man zu solch einem Meilenstein der Musikgeschichte noch schreiben, was nicht schon tausendmal geschrieben wurde?
Ein Konzeptalbum erster Güte, ein Independent- und Industrialklassiker, eine Achterbahnfahrt ins Hirn eines Genies mit argen Selbstfindungsproblemen oder einfach das NIN-Album schlechthin. Das alles beschreibt nicht einmal annähernd die Idee hinter TDS. Die Person, die im Verlauf dieser deprimierenden Geschichte versucht, sich selbst zu finden, sei es durch Selbstzersörung oder durch verzweifelten Größenwahn, steht ganz am Ende vor einem Scherbenhaufen seiner Selbst. Dies ist die moderne Leidensgeschichte einer namenslosen Person,die aber in uns allen stecken könnte. Und nicht nur, das diese Leidensgeschichte unaufhaltsam im Suizid endet, sie beginnt wieder von vorn, nur um mit den selben Problemen wieder konfrontiert zu werden, nur um wieder an genau dem Punkt anzugelangen.
Es gibt kein Entkommen vor Reznor und der Downward Spiral. Je öfter man sie hört, desto glaubhafter wirkt sie und desto mehr findet man sich selbst in dem einen oder anderen Songtext wieder. Ob nun brachial ausufernde Lärmattacken wie Mr. Selfdestruct, jazzig-deprimierende Spezialitäten wie Piggy oder gar gefühlvolle Trauerballaden wie Hurt (der inhaltliche und auch musikalische Wendepunkt* des Albums) [*=wer sich jetzt fragt, wie ein Wendepunkt am Ende eines Albums stehen kann, hat den Teil mit der SPIRALE nicht kapiert], alles gehört ins Gefühlskonzept eines Albums, das es wie kein anderes schafft, den Hörer immer wieder zum Neuhören und Nachdenken anzuregen (nur nicht runterziehen lassen). Fazit: Wer dieses Album nicht besitzt, hat einen wichtigen Punkt in der Musikgeschichte bis jetzt verpasst.
Unbedingt empfehlenswert!!!

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