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28.07.2001 Autor: UEBLACKER

Die Ärzte 13

13 Bewertung: 12/12
Artistprofil von Die Ärzte

Mit 13 lieferten DÄ 1998 einen Meilenstein der deutscher Rockmusik ab. Ein Album, daß mit einer Menge Energie, genialen Samples, glänzenden Texten und gewaltiger Produktion aufwartete, aber der Reihe nach.

Den Opener bildet Punk ist... - ein stark jazz-betontes Stück, daß die Defintion von Punk ins Spiel bringt und alles Pseudogequatsche mit einer simplen Formel aufwartet: "Punk bedeutet: Mach Dein Ding und steh dazu!", auf diese Formel läßt sich nicht nur die Musik von DÄ und des Albums sondern auch deren gesamte Einstellung reduzieren, damit man aber nicht vergißt, was Punk auch ausmacht endet der Song in straightem HC-Punk. Dann gehts gleich weiter mit einem zweiten Opener:
Ein Lied für Dich</br> - ein energiegeladener Song und sozusagen eine Danksagung, wie sie nur
DIE ÄRZTE</br> aussprechen können, eine perfekte Symbiose von Gitarre, Schlagzeig und Baß, ein absoluter Kracher eben. Dann driftet die Platte das erste mal ab. Bela B. gewährt in Goldenes Handwerk durch Country-Klänge untermalt Einblicke in das Leben eines Schlagzeugers und stellt fest: "Für das bíßchen Bum-Bum kommt ne Menge bei rum". Dann wird mit <B>Meine Freunde und Party stinkt wieder das volle Brett Punkrock gefahren, wobei der Baßlauf von Party stinkt einen gern an Zeiten von Du willst mich küssen</b< erinnern läßt. Mit 1/2 Lovesong folgt die erste Ballade und einer der besten Songs aus dem Hause Felsenheimer-Gonzalez, ein Song der beweist, daß auch Akustikgitarren sexy sein können. In Ignorama, einem ehr düsteren Song vereint Bela B. Sozialkritk mit Liebeslied und kombiniert superzynischen Text mit donnernden Drums - Power ohne Ende. Mit Nie wieder Krieg, nie mehr Las Vegas! wirft Farin Urlaub das heikle Thema "Hütchenspiel" auf und läßt das Lied durch perfekten Gitarrensound glänzen. Rebell ist sicher der beste Song auf der Platte und mit Sicherheit ein Meilenstein aus dem Hause Farin U., ein perfekter Beweis, das deutsche Scprache durchaus deutlich sein kann und gepaart mit der Musik wieder an die Botschaft "Mach Dein Ding und steh dazu!" erinnert. Da wir gerade beim Thema "Meilensteine" sind, Bela B. festigt wieder sein Gruftie-Image und schüttelt mit Der Graf eine Vampirstory aus dem Ärmel die alltagsbezogener und erschütternder nicht sein könnte. Die stark gothic-klingende Musik malt die Mystik dieses Songs perfekt aus. Die Sehnsucht, die diesen Song schon ausmachte wird in Grau fortgesetzt, hier nach dem Motto "Ich will raus!" - aggressiv und trotzdem sehnsüchtig. Angeber - eine weiterer Hit von Farin, beschreibt die Auffälligkeiten dieses besonderen Typus sehr gut und mit klassischen Sing-a-long-Refrains ergibt das einen wahren Punkknaller. Über das folgende Männer sind Schweine möchte ich nicht viel Worte verlieren, nur wer hätte geglaubt, daß SLIMEs "Bullenschweine" mal so eine Radiopräsenz haben würde. Mit Liebe und Schmerz und Nie gesagt folgen zwei weitere Balladen, wovon ersteres einer der komplettesten Ärzte-Songs überhaupt ist, während letzteres mit den Streichern und den indischen Klängen sehr befremdlich auf der Platte wirkt. "Der Infant" gibt als nächstes einen kleinen Einblick in Bela`s Welt, während der Grotesksong eine Abrechnung mit allen Pseudoökos aud der Sicht eines naturliebenden Menschen ist, was aber durch den bitterironischen Text nicht so schnell ans Tageslicht stößt. Kurz gesagt: 13 stellt den Höhepunkt des musikalischen Schaffens von DIE ÄRZTE dar und wer diese Platte nicht besitzt ist selbst schuld, so!

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