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18.01.2001 Autor: CHINOMORENO

Deftones - White Pony

Inzwischen ist "White Pony" schon ein halbes Jahr auf dem Markt. Tausende von Runden hat das Pony in meinem CD-Player gedreht und irgendwie wird es nicht müde. Die Songs haben nichts an Faszination verloren. Lieder von futuristischer Schönheit wie "Digital Bath" und "RX Queen", die einem die Sinne vernebeln, wenn man sie nur machen lässt, stehen im krassen Gegensatz zu den härteren Stücken wie "feiticeira", "korea" etc. Aber auch die harten Kompositionen, so futuristisch sie auch klingen, strahlen eine so menschliche Wärme aus, dass man sich sofort gut aufgehoben fühlt. Die Quelle dieser Wärme macht die "deftones" zu etwas ganz Besonderem. Und diese Quelle heißt Chino Moreno. Dieser Sänger hat die seltene Fähigkeit so verdammt intim zu singen, dass einem der Schauer über den Rücken läuft. Oft flüstert Chino dir ins Ohr, um dir zu sagen wie es ihm geht und plötzlich verliert er die Kontrolle über sich und schreit dir seine Meinung ins Gesicht.
Und für diese Fähigkeit, solch eine Menschlichkeit zu erzeugen, stelle ich ihn mit Mike Patton auf ein Level. Vielleicht ist seine Stimme nicht so variabel, aber sie klingt oft ehrlicher als Pattons.
Die Musik der "deftones" ist vom Klang noch etwas klinischer und futuristischer geworden als auf dem Vorgänger "around the fur". Besonders die Gitarren klingen sehr kalt, ausser bei den Liedern "Digital Bath" und "Change" wo doch etwas warmer Sound durch die zweite Gitarre in das Klangbild kommt.
Mit "White Pony" haben sich die "deftones" entgültig von der NuMetal Szene entfernt. Ein innovatives und vor allem ehrliches Album welches durch seine düsteren Klangwelten und verschreckenden Texte den Hörer für mindestens 6 Monate fesseln kann.

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