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08.02.2020 Autor: musikmanie

Spanish Love Songs - Brave Faces Everyone

Nachdem "Schmaltz" 2018 eines der beliebtesten Alben des Punk war, legen Spanish Love Songs nun nach. Mit "Brace Faces, Everyone" legt die Band aus L.A. nun nach und bringen ein Album mit einer Berg-und Talfahrt heraus. Vorallem der Opener "Routine Pain" feuert mit allen Kanonen. Der klare, aufgeräumte Sound hat wenig mit Punk an sich zu tun. Doch durch die Rohe aber seichte Stimme wird die Brücke zum Genre wieder aufgebaut. Slocums Stimme passt einfach perfekt zu den Texten (solang sie laut bleibt). Er lässt es zu, dass er immer wieder aufzeigt, wie er sie an die Grenze treibt bis sie nahezu bricht und dann doch nur kehlig kratzt, was einen wunderbaren Sound ergibt. "I'm so sick of saying sorry when I cry." Zu beginn haben sie also den mitreißenden Ohrwurm platziert. Es folgt eine mittelmäßige Langstrecke, welche mit "Kick" einen Tiefpunkt erreicht. Die bereits ausgekoppelte Single ist dem Klang, der passagenweise immer wieder an die früheren Jupiter Jones erinnert, leider überhaupt nicht ähnlich. Sondern trieft vor Langeweile. Es ist deutlich anders gesungen, das mächtige Ausbrechen der Stimme wird hier nicht direkt gestartet. Neben den affektierten Pausen ist der Text eigentlich gut, aber das Lied leider garnicht. "Generation Loss" überzeugt durch den starken Text: "We’re just so fucking tired Of explaining ourselves. We throw a pill down our throats, Or ourselves into in the ocean." Der Refrain hat etwas von einem sehr gelungenen Breakdown, welche mit einer zum Album passenden, weil gleichbleibenden Gitarre gespickt ist. Das Lied lässt nichts aus und ist deutlich abwechslungsreicher, als "Losers". Mit "Optimism" und "Losers 2" scheint die träge Phase des Albums überwunden. "Optimism" sticht schon durch den Einsatz der akustischen Gitarre heraus. Der Song baut sich mit eineer wunderbaren Dynamik auf, bis hin zum kraftvollen, schmerzenden Schrei Slocums: "Because the ocean’s gonna rise. The river’s finally gonna overflow And leave us stranded." Die Texte bewegen sich in einem nahezu düsteren Gefühlschaos von Weltschmerz und gesellschaftlichem Druck. Jedoch bekommen sie die Kurve hin zu schönen Bildern und Phrasen anstatt im Gejammer zu versinken. "Dolores" ist davon ausgenommen, da wird die Grenze zum eindeutigen Mimimi überschritten. "Brave Faces Everyone" ist ein guter Nachfolger für "Schmaltz" jedoch kann es mit der Leuchtkraft des Vorgängers nicht auf allen Ebenen mithalten. Das Album überzeugt dennoch durch den sehr abgestimmten klaren Klang und einem sehr guten Zusammenspiel, der Abstimmung von Text auf Musik und andersherum. Allerdings verliert es die Spannung in der Länge und ist bis auf ein paar Highlights eher okay, als besonders gut.

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