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06.02.2020 Autor: Jack Crabb

Desert Sessions - 11 & 12

Inzwischen ist es egal, unter welchem Namen und mit wem Josh Homme seine Musik heraus bringt. Im Universum des Queens Of The Stone Age-Frontmanns sind die Grenzen zwischen seinen Projekten schon längst fließend. Vermisst hat man seine legendären Wüsten-Sessions trotzdem.

Wenn Homme zuletzt neue Alben seiner Hauptband angekündigt hatte, dann waren die prominenten Namen der Gastmusiker schon fast interessanter, als die Musik selbst. Das ist auf dem neuen Desert Sessions-Album erst mal nicht anders. Da wäre zum Beispiel der berühmteste Rauschebart der Rockwelt, ZZ Top`s Billy Gibbons, der das betont schräge „Move Together“ zum Besten gibt. Mike Kerr von Royal Blood, Jake Shears von den Scissor Sisters und Viele mehr mischen auch mit. Kurzum: die Desert Sessions bleiben ein bunt zusammen gewürfelter Haufen von großartigen Musikern.

Homme selbst hält sich übrigens größtenteils vom Mikrofon fern. Nur in „Noses in Roses, Forever“ und „Easier Said Than Done“ schwingt er seine Stimme in typische Falsett-Höhen. Wem die letzten Alben seiner Hauptband zu konzipiert und überkandidelt waren, der wird sich an dem 11.- und 12. Desert Sessions-Kapitel wegen seiner hörbaren Spielfreude- und der (in den letzten Jahren zu sehr auf der Strecke gebliebenen) stilistischen Zwanglosigkeit erfreuen.

Das instrumentale „Far East For The Trees“ ist ein melodieverliebter Akustiksong, der den freiheitsliebenden Spirit wie einst zu besten „Rated R“-Zeiten atmet, wogegen das durchgeknallte „Chic Tweetz“ glatt als Hommage an die Gebrüder Ween (die sich auch schon längst als Gastmusiker bei den Desert Sessions beteiligt haben) durchgehen könnte. Wer sich allerdings hinter dem, mit gepitchter Stimme unkenntlich gemachtem, Pseudonym Töôrnst Hülpft verbirgt, bleibt ein Geheimnis.

Jene, die bislang alle Teile von Josh Homme`s liebsten Nebenprojekt ausgiebig studiert haben, wissen, dass hier oft genug für die Queens Of The Stone Age vorgearbeitet wurde. Vielleicht wäre es dann aber für das nächste Album seiner „Königinnen“ ratsamer, von einer erneuten Zweitverwertung abzulassen, denn an das Original konnte zuletzt keine der neuen Versionen mehr heranreichen.

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