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07.05.2018 Autor: animalgod

No Age - Snares Like A Haircut

Randy Randall und Dean Allen Spunt bilden immer noch die vollständige Besetzung bei No Age. Und das reicht vollkommen aus. Denn auch zu zweit können sie in knapp 40 Minuten dem Hörer ein Dutzend scheppernde Punksongs um die Ohren hauen. No Age sind die beste zeitgemäße Adapation ruppigen 80er -Postpunk`s US amerikanischer Prägung. Sie spielen schludrige Rockmusik, die in ihrer ungehobelten Ästhetik an Alternative-Wegbereiter wie Hüsker Dü, Sonic Youth oder The Jesus & Mary Chain erinnert. No Age werden glühende Fans dieser Gruppen sein. Das hört man ihnen mehr denn je an. Denn auch ihre Formel von Punkrock lautet grob übersetzt: hingerotzte, harte, schnörkellose, aber immer fabelhafte Popmusik. „An Object“ ließ die Wucht von „Nouns“ und Everything in Between“ etwas vermissen. Auf „Snares Like a Haircut“ kracht es fast ohne Ausnahme. Die Hitdichte ist dabei enorm. „Cruise Control“ und „Stuck In The Changer“ heißen frühe Highlights, in denen Randall und Spunt an ihren Instrumenten schon fast heiß laufen. „Send Me“ huldigt mit seinen träumerischen Gitarren My Bloody Valentine, genauso wie es „Popper“ mit den Gebrüdern Reid tut. Der introvertierte Titelsong, ein instrumentales, flächiges, Ambientstück, atmet zwischen all den brettharten Nummern kurz frische Luft und ist deren ruhiger Gegenpol. Das noisige „Third Grade Rave“ öffnet das Album nach schnörkellosen 28 Minuten dann doch etwas und gibt ihm mit Hilfe von wärmenden Gitarren-Feedbacks und hypnotischen Drums eine ungeahnte Weite. „Snares Like a Haircut“ klingt wie die Wiederauferstehung des lärmenden 80er-Punkunderground: messerscharf, roh, absolut unprätentiös, aber dennoch mit einer Prise Poappeal.

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