16.11.2017 Autor: animalgod

The Dream Syndicate - How Did I Find Myself Here

The Dream Syndicate - How Did I Find Myself Here Bewertung: 10/12

Von den Toten auferstanden und zurück ins Bewusstsein: The Dream Syndicate veröffentlichen nach 29 Jahren ein neues Album. Wenn man zurzeit das Internet zum neuen Album von The Dream Syndicate befragt, dann hat man schon fast das Gefühl, sich auf Phantomjagd zu begeben. Zumindest im deutschsprachigen Raum hat man von der Rückkehr der Indierockband aus Los Angeles kaum Notiz genommen. Bereits 2012 reformierte Sänger Steve Wynn seine alte Band wieder. Ursprünglich, um ein paar Liveshows zu spielen. Doch ob die Rockwelt nun auf "How Did I Find Myself" gewartet hat- oder nicht, The Dream Syndicate hätten es sich verdient, mit dieser lebendigen Platte wieder zum Gesprächsthema zu werden. Ohne große Umwege spielt sich das leuchtende "Filter Me Through You" mitten ins Herz. Der knackige Midtempo-Rocker "Glide" könnte auch eine lang verschollene Aufnahme von R.E.M aus deren "Monster"-Phase sein. "Out Of My Head" rast wie berauscht noch weiter in die 80er und zitiert nach Belieben Sonic Youth, My Bloody Valentine oder The Velvet Underground und in „80 West“ eröffnet ein frech grinsender Bass, ehe auf ihn erbarmungslose Gitarren-Attacken folgen. Die zweite Hälfte von "How Did I Find Myself" zeigt sich da entspannter und lebt von mehr Experimentierfreude. Das schier endlos jammige Titelstück klingt sich vom Rest über zehn Minuten lang aus, bis das Album im finalen „Kendra's Dream“ seinen stimmungsvollen Höhepunkt findet. Wenn man die vielen EPs, Live-Alben und Compilations ignoriert, die seit der offiziellen Auflösung der Band 1989 erschienen sind, dann ist "How Did I Find Myself" nach „Ghost Stories“ das gerade mal fünfte Album der Band. Dafür klingen The Dream Syndicate 2017 allerdings erstaunlich selbstsicher und zeitgemäß. Würdevoll ergrauter Altherrenrock und ein gewaltige Lebenszeichen einer einflussreichen Band.

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