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14.08.2016 Autor: musikmanie

Biffy Clyro - Only Revolutions

Mit Bläsersatz und guter Laune, dominantem Bass startet Only Revolutions mit einem sehr starken Opener. The Captain kommt pompös und ausgespielt daher. Es ist alles dabei: Melodie, Fülle, lange Basis-Töne und Echogesang, auch ein wenig wohohoh. Und schon werden die Bläser wieder weggepackt und es folgt ein starker Bruch, die Geschwindigkeit wird angezogen und es darf geschrien werden. That Golden Rule packt den Rhythmus erst im Refrain richtig aus. Arbeitet im Refrain mit einer schönen Harmonie. Die Gitarre geht nahezu unter, schließlich muss Neil doch viele Worte unterbringen. Außerhalb des Basssolos schnarzt der Bass ganz schön, aber es passt zu dem Druck den das Lied erzeugt. Das Highlight heben sie sich doch gut auf. Nach der Bridge setzen Steicher ein und bauen die Brücke zu einem starken und überraschendem Breakdownpart, das Lied bekommt Fülle und epischen Charakter je weiter es voranschreitet. Dann brechen die Jungs komplett den Stil ab und werden basslastig leise, spielen sich ein. Typisch für Biffy Clyro kommt eine Melodielinie die sich sehr oft wiederholt und der typische aufsteigende oder absteigende Gesang wird eingebunden. Auf die Worte „There's a girl, there's a girl There's a girl, there's a girl and she's down by the river in her own creepy world. There's a girl, there's a girl and she's down by the river it's time to consider.“ Passt es allerdings sehr gut. Es steigert die Dramatik, die durch ein sehr monotones und langweiliges Solo schließlich verschwinden. Das Lied ist deutlich schwächer, nach den beiden Glanzstücken, die ihm vorangestellt sind, ist dies aber kein Wunder. Melodiös und Pompös geht es in einer Ballade weiter, die zuckersüß die Gedanken einlullt: „Well I look up to god and I see trouble 'cause this ain't a miracle I just want to take my chance to live through a miracle“ Schwach und nicht sonderlich gut kommt Born on a horse daher, das Lied hat einen unglaublich guten Groove, aber sonst leider absolut nichts zu bieten. Es ist anstrengend, die Übergänge sind zwar ruckartig aber nicht schön gestaltet. Es fesselt nicht und die instrumentalen Passagen sind mehr schwammig als detailliert gestaltet. „I am a Mountain, i am the sea“ – Die Motive gab es schon in anderen Texten, doch Mountain packt inhaltlich mehr die Konflikte an, die man mit sich selbst haben kann. Das Lied ist sehr voll und plärt ein wenig. Grund dafür: ein starkes Schlagzeug und eine starke Verzerrung auf Bass und Gitarre. Das Ende ist allerdings schön gestaltet. Sonst passt es zum Album, ist weder Stärke noch Schwäche. Post-Rock Gitarrenklänge fehlten bis jetzt, doch in Shock Shock füllen sie das Lied, ausgleichend wirken mehrere Stimmspuren, die übereinander Liegen. Biffy Clyro bauen diese Passagen oft mit ein, allerdings wirken Stimme und Gitarre dann oft sehr dominant. Aber noch nicht so, dass man es als stark gespieltes Brett bezeichnen kann, es klingt einfach sehr voll. Bei drei Musikern wäre etwas weniger manchmal mehr, wie es oft bei ihnen sonst gut gemacht ist, hier allerdings nicht. Das Herzstück für Gefühle ist klar Many of Horror, der Biffy Clyro Balladen – Klassiker. Das Lied ist immer wieder einfach unglaublich stark. Musikalisch sehr ausgewogen, kraftvoll gesungen, emotional eingespielt und mit Details versehen. Ohohoh – Gesang ist auch dabei und die Streicher kommen wieder. Aber vor allem der Text packt in der Kombination einfach: „I still believe It's you and me 'til the end of time. When we collide we come together, iIf we don't we'll always be apart. I'll take a bruise, I know you're worth it. When you hit me, hit me hard. 'Cause you sat alone Just let us go against one Our future's is for many of horror Our future's is for many of horror“ Auch hier ist das Ende wundervoll gestaltet, wenn sie sich auch viel durch das Intro der nächsten Lieder verschenken. Wie ein Intro das Outro des vorangegangenen Liedes verderben können, zeigen die drei Herren wieder einmal sehr gut. Durch Boom, Blast & Ruin wird man zwar gedanklich noch am Text gehalten, allerdings musikalisch unsanft herausgerissen und das lohnt sich bis auf einzelne instrumentale starke Passagen nicht einmal. Einen punkig angehauchten Ohrwurm gibt es mit Cloud of Stink, der jedoch hinter Many of Horror seine Ohrwurm-Chancen verschenkt hat. Das Lied ist ein Brett und geht unglaublich stark nach vorn. Allerdings fehlt das gewisse etwas, dass eben wieder in den Details liegt, die hierbei einfach nicht so gut umgesetzt sind, oder einfach fehlen. Ganz im Gegenteil zu Know Your Quarry, das Lied hat einen gegenläufigen Rhythmus, passt nicht ganz in die Reihe und bietet dramatisch eine sehr ansprechende Gestaltung. Es hat aber stellenweise allerdings die eben schon kritisierte Fülle. Zum Schluss kommt noch eine andere Seite der Medaille. In Whores klingt Neils Stimme weitaus tiefer und sanfter, auf eine treibende Schlagzeug/Bass Kombination. „Let's use this dynamite, we're only making noises I'll make the brightness yours. So we can deny who we are I'll love you but not today. The darkness fell like a shout. Am I ready to take that chance, put my faith in someone else? Let's use this dynamite, we're only making noises“. Aber nur zu Anfang, das Lied steigert sich und wird zu einem wirklich guten Schlusslied. Mit einem guten Gedanken und dem Drang, das Album doch gleich noch einmal zu hören Mit Only Revolutions bieten die Schotten eine starke unlogische Mischung, die Lieder sind vielseitig und ausgewogen. Gespickt mit Biffy Clyro – Charme. Das Album ist sehr repräsentativ, für die Bandbreit die die Jungs draufhaben. Wirklich gut gelungen, und wohl die beste Scheibe, die sie herausgebracht haben.

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