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30.09.2015 Autor: Nathanael_x

65daysofstatic - Wild Light

"No one knows what is happening. There is a lot of danger out there. But at the end you will reach a safe passage, ok?"

Ein richtig gutes Album von den Elektro-Postrockern aus Sheffield. Etwas mehr auf einzelne Tracks fokussiert als die stark auf Albumdramaturgie ausgelegten ersten Alben. Dafür weniger geradlinig als We were exploding anyway (das ich gar nicht schlecht finde, WL aber besser). Gelungene Atmospäre die nicht im Laufe des Hörens verloren geht.

Das Album ist sehr gut produziert. Gerade diese Art von Musik könnte durch eine dürtige Produktion viel von ihrem Facettenreichtum und ihrer Wirkungkraft verlieren.

Hypnotisch, irgendwie auf eine härtere Art und Weise entspannend.

Jeder Track ist anders und kreativ. Um mal auf ein paar näher einzugehen: Der Opener Heat Death Infinity Splitter schickt uns stillvoll mit einer die Warnung "No one knows what is happening. There is a lot of danger out there, okay?" ausprechenden Frauenstimme und den darauf folgenden Synthies auf die musikalische Reise. Prism ist mit seinen sich abwechselnden amtosphärischen Synthies und diesen "Störton" (sorry, ich weiß es nicht wie man es anders bezeichnen kann), die dann schneller und von einem Beat unterlegt werden, großartig. Taipei ist eine schöne Erinnerung an die vergangenen Großtaten von 65. Unmake the Wild Light ist ein sehr stimmungsvoller, treibender Track bei dem genau an den richtigen Stellen agressive Basstöne das Geschehen unterbrechen und damit all dem erst die richtige Würze verleihen. Safe Passage ist eine wundervolle hypnotische Hymne. Und ein großartiger Abschluss eines 65 Konzerts. Ich habe sie im September 2014 zu ersten mal live gesehen und "Safe Passage" als Abschluss hatte etwas himmlisches. Das Konzert war nicht sehr lang aber ich war sehr glücklich, dass sie danach nicht nochmal auf die Bühne gekommen sind und mir dadurch diese tollen Eindrücke hinterlassen haben.

Das klingt jetzt vielleicht etwas komisch aber verbunden mit dem Titel "Safe Passage" wäre für mich persönlich ein interesanter Track für eine Beerdigung (meine lässt hoffentlich noch ganz lange auf sich warten :). Man muss es nicht unbedingt religiös sehen, geht auch metaphorisch. Z.b. der sichere "Übergang" der Trauernden und Akzeptanz des Todes. Vielleicht ist der Gedanke so etwas auf einer Beerdigung zu spielen etwas krass, ich finde ihn aber schön.

Entschuldigt mich bitte, ich habe angefangen wirklich etwas abzuschweifen.

Mein Lieblingsalbum von 65Days bleibt "The Fall of Math". Bei keinem anderen empfinde ich Atmosphäre und Dramaturgie als so wirkungsvoll. Da 65Days auf der letzten Tour The Fall of Math komplett (oder fast komplett) und viele Songs vom aktuellem Album gespielt haben war es für mich ein doppelt so schöner Abend.

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