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24.03.2015 Autor: Heavy_Metal_Maniac

The Answer - Raise A Little Hell

The Answer haben ihr Gespür für mitreißende Melodien verloren. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. The Answer zählen zu den Vorreitern der Retrowelle um Bands wie Airbourne, Rival Sons oder The Temperance Movement. Mit ihren Frühwerken "Rise" (2006) und "Everyday Demons" (2009) sowie Touren als Anheizer für Rockgiganten wie Deep Purple, AC/DC oder die Rolling Stones erspielten sich die Iren eine treue Fanschar, die auch die Nachfolger "Revival" (2011) und "New Horizon" (2013) begeistert aufnahm. Auch Musikerkollegen und Fachpresse schwärmen in den höchsten Tönen für das Quartett aus Newcastle, doch zum ganz großen Durchbruch reichte das noch nicht. Das soll sich jetzt ändern. The Answer gehen den mit dem Vorgänger eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Zeitgemäß verpackter Classic Rock mit vielen 70s Vibes à la Led Zeppelin prägt auch weiterhin den Sound der Jungs von der Insel. Aber sie bleiben nicht stehen, sie entwickeln ihren radiotauglichen Ohrwurmsound stets weiter. Das ist das Problem von "Raise A Little Hell". Wie schon auf dem Vorgänger, sind manche Songs zu sperrig, zu wenig mitreißend, ja zu beliebig geworden. Es fehlt die Leichtigkeit der ersten Alben. Das Unbeschwerte, mit dem sie Hymnen wie ´Nowhere Forever´ oder ´Spectacular´ schufen. "Raise A Little Hell" ist keineswegs schlecht und hat mit ´Long Live The Renegades´, ´Cigarettes & Regret´ (Götterrefrain!), ´Strange Kinda' Nothing´, ´Gone Too Long´ oder ´I Am Cured´ noch genug Highlights zu bieten, um die alten Fans zufriedenzustellen. Das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass sich auch ein paar Langweiler eingeschlichen haben. "I apologize for all the shit I've done", singt Cormac Neeson in ´Gone Too Long´. Schon gut, Kollege, so schlimm ist es auch wieder nicht.

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