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27.07.2014 Autor: animalgod

Hot Chip - Made In The Dark

Was für Musik macht man, wenn man einerseits den Sound für die verschwitzten Elektroklubs kreirt und trotzdem dem ganz natürlichen Selbstverständnis der RockNRoll- und Pop-Tradition unterliegt? Wahrscheinlich so eine, wie sie Hot Chip auf „Made In The Dark“ spielen. Ausgestattet mit Drummachine, Synthesizer, Keyboard, Gitarren und sogar Saxophonen unterm Arm und allerlei anderem, was ihre schier riesige Instrumentensammlung so hergibt, schmeißen die Londoner alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, in einen Mixer und drücken auf Start, Stufe „feinpüriert“. Was dabei entsteht, dürfte zwar allen Freunden von moderner, elektronischer Unterhaltungsmusik am meisten anstehen, doch ihr Gespür für fröhliche Melodien und die essenzielle Hookline bringen sie immer wieder in die Nähe vom Eingang des Indieklubs. Alexis Taylors Stimme klingt wie vom Sampler, weil sie oft weniger Gesang ist, sich dafür mehr den treibenden Rhythmen und Kraftwerk-Synthesizern, die unter Aufputschmitteln zu stehen scheinen, anschmiegt. In „Were Looking For A Lot Of Love“, „One Pure Thougt“ oder „Made In The Dark“ hat sie unter anderem dennoch die Chance, sie ganz zu entfalten. „Made In The Dark“ bringt nicht nur Tanzfläche zum überkochen, sondern lässt auch dem geneigten Jäger und Sammler von Musik aus beiden Welten mindestens weit aufhorchen. Die analoge- und die elektronische Musikkultur: auf diesem Album feiern sie ihre angenehm ausgeflippte Zusammenkunft.

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