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13.05.2010 Autor: fahrtwind

Rocky Votolato - True Devotion

Simplify, simplify, simplify! Das wusste schon Thoreau. Weg mit dem ganzen Schnickschnack. Alles überflüssige über Bord. Und genau das macht Herr Votolato auf True Devotion. Komplizierte Arrangements, fingerverknotende Akkordfolgen und Wortspielereien wie expressionistische Bilder? Ach, völlig überbewertet. Hier werden keine versteckende Metaphern gebraucht, weil man manche Dinge einfach nicht schöner sagen kann, als sie sind: I Just Want To Be Free. Ja, das ist nicht nur eindeutig, der ein oder andere mag jetzt mit einfallslos kommen; Plattitüde, ausgelutscht. Aber Rocky Votolato beweist, dass es genau diese offensichtlichen Dinge sind, über die sonst geschwiegen wird. Eingepackt im metaphorischen Hochsicherheitstrakt, damit nur keiner merkt, was wirklich abgeht. Irgendwie wirkt diese Offenheit komisch, aber gleichzeitig so ehrlich und darum wahr und mutig, dass es einfach nicht mehr braucht. So wie ein Abend auf dem Sofa. Mit True Devotion im Player und dem schnarchenden Hund neben sich. Diese Geschichten gehören aufgesaugt und mitgeschrieben. In Notizbücher, auf Schmierzettel, auf die Tafel mit den Einkäufen. Your Love Is An Anchor, deine Musik aber auch.

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