Zur mobilen Seite wechseln
29.08.2009 Autor: Blade Runner

Filter - Anthems For The Damned

Als Richard Patrick vor kurzem 40 wurde, hat er wohl auf sein Leben und seine Musikerkarriere zurückgeblickt und festgestellt:

-seine Wut ist weg -seine Jugend ist weg -seine Band ist auch weg.

Um die Löcher zu stopfen die durch den Verlust der Bandmitglieder entstand hat RP Wes Borland(ex-Limp Bizkit) und John 5(ex-Marylin Manson) zum Gitarre spielen und Songwriting mit ins Filter-Boot gebracht. Trotz dieser zwei Gitarristen vermißt man schmerzlich hier die gewohnten Gitarrenattacken von früheren Filter-Alben. Zu oft sind die Riffs auf Radiotauglichkeit getrimmt. Josh Freese an den Drums macht auch nicht gerade viel. Von ihm ist man z.B. bei Nine Inch Nails weitaus bessere Arbeit gewohnt.

Aber was am schlimmsten nachgelassen hat ist das Songwriting, fast keine Songs mit guten Harmonien und wiedererkennbaren Hooks. Textlich gibt sich RP der Wut hin, obwohl er keine mehr in sich hat. Als werdender Familienvater ist von seiner früheren Wut nichts mehr übrig geblieben.

Aber Gott sei Dank gibt es ja noch einen Krieg im Irak, obwohl er damit ein paar Jahre zu spät dran ist, handelt diese CD textlich von der Bush Administration und kritisiert diese doch eher etwas lahm. Die Wut und der Ärger die hier textlich hervor schauen klingen in meinen Ohren sehr gezwungen, da Filter früher am Besten klangen, wenn sie unpolitisch waren.

Zusammengefasst sind das Zeichen für mich das RP seine Inspiration verloren hat. Möglicherweise ist dieses Album in den Händen von Hörern die ansonst Creed, 3 Doors Down und ähnliches hören eine Offenbarung!!! Ich persönlich hätte mir powervollere Songs gewünscht, sowas kraftvolles wie "Welcome To The Fold" oder "Hey man, nice shot". Diese Art von Power ist aber auf diesem Album leider überhaupt nicht vorhanden.

M.E. zeichnete sich dieser weg den Filter jetzt beschritten haben auf "The Amalgamut" schon ab. Hin zu radiofreundlichen Songs und weg von Wut, Ärger und Fustration. Ich kann jedem der die ersten beiden Filter-Alben toll fand nur abraten von dieser Scheibe, denn er wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheihnlichkeit bitter enttäuscht werden, so wie ich.

Plattenkritik schreiben