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11.03.2009 Autor: theescapologist

Polar Bear Club - Sometimes Things Just Disappear

Namedropping ist der Fluch von Newcomerbands und jener Autoren die eben dieses Phänomen umschiffen wollen. Dies hier ist also der Versuch den Club möglichst anspielungsfrei zu rezensieren. Gar nicht so einfach.

Die fünf Jungs vom Polar Bear Club hauen einem auf ihrem Debut nämlich dermaßen was um die Ohren, dass man alle paar Augenblicke paar Mark in die Referenzkasse schmeißen müsste. Bedacht aber brachial, anmutig aber roh, rau aber melodieversessen werden hier innerhalb von 39,6 Minuten zehn Lieder kredenzt, die einem direkt ins Ohr wollen, aber über die Fußmatte stolpern. Was allerdings ihre große Stärke ist, und an dieser Stelle muss ich mit meinem Vorsatz brechen, man kann einfach nicht umhin ohne den direkten Vergleich mit Gaslight Anthem, welche Anfang des Jahres auf ihrer Deutschlandtour von PBC Verstärkung erhielten. Im Gegensatz zu den prototypischen Gaslight Anthem fahren die hier aber Eingängigkeit zugunsten von Ausdauer zurück. Soll heißen, die Lieder bleiben, sofern sie es erstmal reingeschafft haben, im Ohr, das Ganze ist herrlich uneintönig, das rotzige Whiskeygegröhle wird oft genug von butterweichen, zweistimmigen Passagen durchbrochen und übereifriges Gefolke wird allein aufgrund der Produktion nichtig. Es scheint als hätten die Polarbären die gerade mächtig angesagte Sparte des Springsteenesken-Folk-Punk um mindestens eine Facette erweitert, und das, kaum Wehmutstropfentauglich, ohne sich stilistisch, textlich und musikalisch allzu weit von ihren Artverwandten zu entfernen. Es bleibt abzuwarten, was die Zeit für den Polar Bear Club und Uns bereithält, wer die Wartezeit verkürzen will, dem sei der überaus unterhaltsame Bandblog ans Herz gelegt.

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