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08.01.2008 Autor: 2006heino

Polarkreis 18 - dto.

Es ist normal nicht mein Job, Visions - die einzige Musikzeitschrift mit (Musik-)Geschmack - in den Staub zu treten, aber nachdem diese Kritiken gelesen und gestern noch nicht vergessen wurden, kann ich ja mal erklären, woran es lag. Ich darf festhalten:

Da schicken sich ein paar Jungs aus Dresden an, eines der besten Alben einer deutschen Band auf den Markt zu bringen, und Herrn Schumacher fällt nichts dazu ein, als es Hype zu verschreien, die Texte nicht zu verstehen und seinen Bedarf nach sozialkritischem Gesangesgut zu offenbaren - und nebenbei natürlich gegen das böse, böse Majorlabel zu stänkern. Zur Erklärung: Carsten Schumacher ist ein vollbehaarter Typ (ist er eigentlich noch in der Redaktion?), der in einer eigentlich guten Musikzeitschrift arbeitet. Über sein Aussehen vermag ich nichts weiteres zu sagen, nur das sein Musikgeschmack mal wieder justiert werden sollte.

Als ob er die Texte von Sigur Ros verstehen würde und natürlich die darin offenbarten Mißstände in aller Welt ... Als ob er nicht den Hype einer der schlechtesten, weil musikalisch langweiligsten Bands der Welt (Franz Ferdinand - es gibt noch andere Beispiele) nicht selbst als Redaktionsmitglied forciert hat ...

Denn wer Polarkreis 18 als Hype bezeichnet, zeigt auch, daß er junge, sehr gute (!) deutsche Bands trotz seiner Profession anscheinend nicht verfolgt. Denn es gibt die Jungs schon ein wenig länger. Und das Album gab es bei der Band bereits lange Zeit vor der Veröffentlichung im Februar 2007 zu erwerben.

Aber das interessiert den Kritiker mit seinen proletenhaften, spätpubertären Aussagen nicht. Musik ist ganz gewiß eine Geschmackssache, und ich mag auch so einiges nicht, was in der Visions (unverständlicherweise) hochgelobt wird. Aber bisher habe ich es immer begrüßt, daß eine objektive Grundtendenz in den Kritiken zu erkennen war. Und hier hätte man wenigstens einmal die Mühe honorieren können, daß die Band musikalisch unglaublich versiert ist, eine ganz individuelle Note gefunden hat und das Ergebnis in der Lage ist, ein Kopfkino in Gang zu setzen. Und das sind Fähigkeiten, die kaum eine Band besitzt - mit Ausnahme z.B. von den genannten Radiohead oder Sigur Ros. Und dennoch, die Musik von Polarkreis ist anders und vereinigt allenfalls Attitüden dieser Bands, aber hat ihren ganz eigenen Stil gefunden.

So in etwa, lieber Herr Schumacher, sieht eine ausgewogene Kritik aus, aber kehren Sie wieder zu ihrem 08/15-Kinder-Metal-Punk von Blink 182 oder Slipknot zurück - keine Ahnung, was Sie genau mögen ... ;-)))

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