Zur mobilen Seite wechseln
07.07.2007 Autor: indiefan1970

Interpol - Our Love To Admire

Das ist für mich das Schlüsselwort. Erstens darf diese Scheibe meiner Meinung nach gleichberechtigt koexistieren im Interpol-Oeuvre, was sollen lästige Vergleiche mit den Vorgängern? Jedes der drei Werke hat seine Daseinsberechtigung und ich weigere mich, die jeweiligen Qualitäten einander aufzurechnen und am Ende einen Sieger zu ermitteln. Zum Zweiten: Auf diesem Planeten ist Platz für Interpol UND die Editors. Letztere sind für mich einfach die poppigere Version eines ähnlichen Ansatzes, aber man kann doch beide beileibe nicht 1:1 vergleichen. Der Interpol-Ansatz ist mir lieber, auch nach "An End Has A Start" und "Our Love To Admire", aber das ist gleichwohl Geschmackssache und soll es bitteschön auch bleiben. Für mich efüllt "OLTA" die Erwartungen über alle Maßen, auch wenn man über die Nachhaltigkeit des gebotenen frelich nohc gar nichts sagen kann, zweifellos die Stärke schlechthin der bisherigen Interpol-Veröffentlichungen. Nach den ersten Durchgängen kann ich festhalten, daß mich "OLTA" viel schneller "ansprang" als die Vorgänger, und eine Reihe von Tracks hat sich bereits derart heftig festgebissen, daß es einem diverse Schauer über den Rücken jagt. In erster Linie betrifft das "Pace Is he Trick", der meiner Meinung nach absolut kommerziellste Song, den Interpol bislang geboten haben. Ein maximales Konzentrat von im Interpol-Kosmos möglichem Wohlklang. "Rest My Chemistry" zeigt, wie man ,oberflächlich betrachtet, mit ganz simplen Mitteln und für Interpol-Verhältnisse einfachen Strukturen einen hypnotischen Song zaubert. "No I In Threesome" ist sowas (Strophe!) wie eine mindestens genauso gelungene Variante von "C'Mere", was Interpol noch lange nicht zur sich selbst covernden Band macht (wie andere meinen zu müssen). Tja, und "Pioneer To The Falls" - ohne Worte. Das zeugt von Größe. Überhaupt, es ist immer wieder eine Offenbarung, wie Songsrukturen durch ruhige Phasen durchbrochen werden, wie die zweiten Strophen díverser Songs durch den Gesang dynamisch und fast schon hymnisch variiert bzw. aufgelöst werden, der überragende Bass, der unvergleichbare Gitarrensound, diese abgrundtiefe, atemberaubende Stmme. Praktisch jeder Track hat eine überragende Passage, bei manchen eben überdauert diese "Passage" den ganzen Song. Über Ausfälle mag ein jeder selbst entscheiden, am ehesten vielleicht "Wrecking Ball", mit dem ich nichts anzufangen weiß oder "The Lighthouse" (und somit überhaupt das komplette Ende von "OLTA"), das auch irritiert, aber dessen Faszintaion man sich dann trotzdem nicht entziehen kann. Den Vorwurf, Interpol hätten sich nicht weiterentwickelt, kann man nicht gelten lassen. Dafür liegen "TOTBL" und "OLTA" einfach schon zu weit auseinander. Und eine komplette Neuerfindung kann man einfach nicht wollen, für mich dürfen sie auch weiterhin den bereits abgesteckten Rahmen mit derartiger Perfektion unterfüttern. Für ich ist und bleibt der Interpol-Sound einzigartig. Sollte ich jemandem eine Best-Of-Zuammenstellung brennen wollen, dann fiele es mir schwer, bei bislang drei Veröffentlichungen die Tracklist auf wenigstens 2 CD's zusammenzustreichen. Das sagt alles.

Plattenkritik schreiben