Zur mobilen Seite wechseln
30.01.2001 Autor: HOFEE

Die Ärzte Deep Jones - At 2012 AD

Deep Jones - At 2012 AD Bewertung: 11/12
Artistprofil von Die Ärzte

Naja, gut - nur 2/3 der Ärzte...

Natürlich ist das kein Album der Ärzte, aber was kann ich dafür, dass sich seinerzeit kaum jemand mit dieser wirklich guten Band (feat. Bela und Rod) beschäftigt hat!?

Nach dem eher dürftigen fun-punkig angehauchten Debüt und der erstaunlich guten EP (u.a. mit Coverversionen von Madonna, Grandmaster Flash) legte man 1992 einen wahren Knaller nach. Mit Unterstützung des renommierten Jazz-Bassisten Peter Sonntag würzte man den ohnehin schon unglaublich abwechslungsreichen und sehr eigenständigen Crossover hier und da noch mit einigen progressiven Schlenkern und deckte dabei mühe- und vor allem krampflos einige Facetten der Visions-kompatiblen Musik ab. Als Plus entpuppt sich neben den wirklich anspruchsvollen und aufwendigen Arrangements tatsächlich Belas Gesang, der mit abwechselnd englisch- und deutschsprachig gesungenen Texten sehr gut und vor allem ungewohnt ernst rüberkommt. Dass sich zwischen Überfliegern wie "Heaven (is a 4-letter-word)" (was für ein Opener!), "Whether or like it" (bombastisch!), "The Multiverse" (großartige Ballade!), "She" (der Höhepunkt der Platte!) und "And Pop... its Armageddon" (was für ein Ausklang!) auch ein paar Albernheiten wie "Pencil Pussy", "Censorship" und "Tank Girl" eingeschmuggelt haben, erscheint angesichts des restlichen, immer noch hochklassigen Materials und Belas bekanntermaßen trashiger Vorlieben durchaus verzeihlich, denn unter dem Strich bleibt eine absolut grandiose Platte zurück, die so viel Ignoranz einfach nicht verdient hat!

Plattenkritik schreiben