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28.01.2005 Autor: moorely

Therapy? - Never Apologise Never Explain

Therapy? sind eine bemerkenswerte Band. Gerade ein gutes Jahr liegt ihr letzter Output zurück, schon servieren sie den nächsten Leckerbissen am Tablett. Und wie üblich ist das neue Album wieder ganz anders als die letzten. Zum ersten Mal seit 1996 sind sie wieder als Trio ins Tonstudio gegangen, herausgekommen ist die knackigste Platte seit fünf Jahren. Während "Shameless" (2001) hörbar beeinflusst war vom amerikanischen Alternative und "High Anxiety" (2003) teilweise schon etwas pop-punkig war, ist das neue Album wieder sperriger geworden.

Der Opener "Rise Up", übrigens die erste Single, gibt eindrucksvoll die neue Richtung vor: vertracktes Schlagzeugspiel, teils noisige Gitarren, und trotzdem verlieren sie nie die Melodie aus den Augen. "Die Like A Mother F*cker" kracht ebenfalls angenehm aus den Boxen. Gut, mit solchen Texten gewinnt man keinen Schönheitspreis im Schriftstellerzirkel, aber Sympathien dafür, dass sie den augenzwinkernden Rock'n'Roll-Humor noch immer nicht verloren haben. Politisch wirds dafür im grandiosen "Rock You Monkeys", wo Andy Cairns offensiv George W. angreift: "Now I'm the president and I like it. A fully-fledged bible black-belt tyrant, the FBI, the CIA. Oh, f*ck me, f*ck me, USA!"

"Here Be Monsters" rockt straight nach vorne wie in seligen "Troublegum"-Zeiten, bei den meisten Tracks allerdings ist eher eine komplizierte Rhythmik zu hören. Daher ist die Scheibe zu Beginn eher anstrengend, wenn die Songs aber einmal im Ohr sind, entfaltet das Album seine volle Schönheit. Nachdem die beiden letzten Alben zwar solide, aber sicher keine Höhepunkte im Schaffen von Therapy? gewesen sind, ist die Freude jetzt umso größer. "Never Apologise Never Explain" ist das interessanteste und beste Album seit dem exzellenten "Suicide Pact You First".

Operation gelungen, Patient ist lebendig wie lange nicht mehr. Ja, Guinness und Kilkenny munden immer noch sehr fein!

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