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14.03.2004 Autor: deathmoe

Silverchair - Diorama

Aufgeschlossenheit: Das erfordert die letzte Veröffentlichung des Aussie-Trios, denn: Wer einen Grungerock-Brecher wie "Frogstomp" oder eingängige, schwermütige Epen wie auf "Neon Ballroom" erwartet hat, wird nicht enttäuscht, aber dennoch schwer überrascht sein. "Diorama" ist eine vielschichtigsten CDs, die die moderne Musik zu bieten hat. Frontmann Daniel Johns stellt hier seine stetige musikalische und kompositorische Weiterentwicklung ein ums andere Mal neu unter Beweis. Der Opener "Across The Night" schmeichelt sich langsam und bedächtig ins Ohr. Getragen von Streichern erfährt der Hörer eine Reise durch das Tagesende und die Dunkelheit, die Johns mit seiner Stimme emphatisch begleitet. "The Greatest View" ist ein recht lockerer straighter Rocksong, der im zweiten Drittel aber mit einigen Superriffs aufwartet und zeigt: Johns hat sich auch an der Gitarre stark verbessert. Mit dem folgenden "Without You" steht dann schon einer der Höhepunkte des Silberlings an. Pompös orchestriert und von der Band passend instrumentiert singt sich Johns durch die Qualen seines Herzschmerzes. Mit "World Upon Your Shoulders" geht es dann sanft weiter, bevor "One Way Mule" als eigentlicher, und einziger Tiefpunkt des ganzen Albums gewertet werden darf. Zu belanglos klingt der Aufbau, ebenso wie die Melodie. Dann aber klotzt man noch einmal richtig rein. "Tuna In The Brine! ist lyrisch wie kompositorisch mit das beste, was es je aus dem Hause Silverchair gegeben hat. Episch und elegisch entwickelt sich das Stück von ruhiger Sensibilität zu intensiver Melancholie, die johns wiederum mit seinem variationsreichen Gesang veredelt. Das folgende "Too Much Of Not Enough" ist dem qualitativ nicht unterlegen und geht gefühlsmäßig in eine ähnlich düstere Richtung. "The Lever" legt dann zum einzigen Male die Wurzeln des Dreiers frei, ohne aber gänzlich auf die progressiven Spielereien zu verzichten. "Luv Your Life", "My Favourite Thing" und "After All These Years" lassen den Hörer dann aber wieder in ein sanftes Ruhebett fallen , in dem es sich immer wieder von Neuem zu schwelgen gilt. Traumhaft!

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