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22.01.2004 Autor: TimHolaschke

Deftones - dto.

Die Ausgangslage der Deftones war sicherlich nicht die Einfachste, da das Quintett aus Sacramento nun mal mit ”White Pony” im Jahre 2000 ein absolutes Meisterwerk veröffentlicht haben, das ähnlich wie Korns “Issues” und System Of A Downs “Toxicity” schlecht zu übertreffen war und ist. Um es vorweg zu nehmen die Deftones bleiben einer der heißesten Acts im Alternativbereich ohne “White Pony” zu kopieren , ohne auf Verkaufszahlen zu schielen oder einen sperrigen Monolithen à la Metallica zu produzieren. Das mittlerweile vierte Studioalbum startet mit leisen Tönen um einen kurze Zeit später aus allen Tagträumen zu reißen, wobei einem die mantrahafte Wiederholung der Wortfetzen “play,...worship...” nicht mehr loslassen will. ”Hexagram” besticht weiterhin durch seine Komplexität und schafft Überleitung zum ersten Highlight “Needles and Pins”, in dem sich Chino Moreno wieder in seinem eigenen Kosmos von Liebe,Hass,Wut und Verzweiflung durchkämpft. Da kommt die Bombastsingle “Minerva” mit wirklich schönem Refrain gerade recht um den 5-er von einer anderen Seite kennen zulernen. Die nächsten drei Stücke “Good Morning Beautiful”, “Deathblow” und “When Girls Telephone Boys” bilden zurecht das Herzstück des schlicht selbstbetitelten Albums, da sie alle drei Prunkstücke des bisherigen Schaffens sind und sich durch ihre verworrenen Lyrics und messerscharfen Riffs auszeichnen. Punkt. Mit dem knallharten Battle-Axe gefallen die Deftones wie in früheren “Adrenaline”- Zeiten. Neues im Deftones- Sound schafft das Elektronikexperiment “Lucky You”, das bereits auf dem Matrix Reloaded Soundtrack vertreten war. Wie der Titel schon verrät geht es in Bloody Cape nicht zimperlich zu, da noch mal aus allen Rohren geschossen wird und Chino sich die Stimme aus dem Hals röhrt,schreit,singt.... Einziger Wehmutstropfen bleibt der Balladenversuch “Anniversary Of An Ininteresting Event”, der schlichtweg unnötig ist. Mit “Moana” dem Schlusstrack besinnen sich die Deftones noch einmal auf all ihre Stärken und zaubern noch einmal eine wunderschöne Komposition aus dem Ärmel, die zu den besten ihrer Karriere gehört. Insgesamt kann man den Fünf nichts vorwerfen, da sie eine neue Facette in ihr Soundspektrum hinzugefügt haben und auch “Deftones” ein triftiger Grund dafür ist, warum die Deftones schon mehrere Jahre in einer eigenen Liga spielen.

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