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15.10.2003 Autor: WEIZMANN

The Weakerthans - Reconstruction Site

"I choose to sit here next to you and wave" singt Kreativkopf John K. Sampson, bevor fröhliche Trompetenklänge den Opener "(Manifest)" beschließen. *Nochmal anmach*. Höre ich da gute Laune?? Bei den doch ach so melancholisch-traurigen Weakerthans? Die Band, die auf ihrem letzten Output "Left and Leaving" die schmerzvollsten und depressivsten Songs, gepaart mit einigen kleinen punkigen Wutausbrüchen in einem der ergreifendsten Alben überhaupt vereint hat? In der Tat. Sampson scheint die Sonne aus dem Popo. "I'm so glad that you exist" rockt "The Reasons" einem unmissverständlich ins Ohr. Eine Liebeserklärung. Nicht die letzte auf der neuen Scheibe. Der verträumte Titeltrack im Anschluss besitzt eine der schönsten Melodien, die "Reconstruction Site" zu bieten hat. Und wenn Sampson in Pesona einer einsame Hauskatze in "Plea from a cat named virtute" versucht, den Niedergang seines in Selbstmitleid versinkenden Herrchens zu verhindern, ist das nicht nur textlich ganz großes Kino. Mal ruhiger, mal midtemporock, hier und da eine Country-Melodie. Und dann das grandiose Solo im eigentlichen Schlusstrack "The prescience of dawn". Warum ist die Platte nur schon vorbei? So hätte es noch Stunden weitergehen können...

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