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05.05.2003 Autor: Ashindra

HIM - Love Metal

Auch die neuen Promo Shots der finnischen Band H.I.M. (kurz für "His Infernal Majesty") versprühen nicht gerade Heiterkeit und Frohsinn. Wie immer geben sich Ville (voc), Mige (b), Linde (g), Burton (keys) und Gas (d) ganz, ganz finster und ganz, ganz dramatisch. Ok, zu dem melancholischen Goth-Rock, den die Kombo nun schon seit fünf Jahren zelebriert, würde auch gar nicht die Grinse-Nummer passen. Aber eins vorweg: Auf ihr neues Werk können H.I.M. stolz sein – und das ist ja wohl ein Grund, um sich wenigstens mal heimlich zu freuen! Während der Vorgänger "Deep Shadows & Brilliant Highlights" eher in die Balladen-Richtung schwang, so haben die Finnen diesmal wieder einen Zahn zugelegt. Gleich der Opener "Buried Alive By Love" ist ein Kracher mit deutlichen Black-Sabbath-Einflüssen – so haben H.I.M. seit ihrem Debüt "Greatest Love Songs Vol. 666" nicht mehr geklungen. Die erste Single-Auskopplung "The Funeral Of Hearts" ist eher einer der Weichspüler auf "Love Metal". Ansonsten wird vorangeprescht, und Ville Vallo überzeugt auch mit seiner kantigen Rocker-Stimme auf ganzer Linie. Wenn die Herren dann doch mal wieder den Schongang einlegen, wird's richtig ergreifend. "Fortress Of Tears" ist eine wunderschöne Ballade voller Sehnsucht, bei der Ville seine stimmlichen Qualitäten voll ausnutzt. Vom Seufzen über Wimmern bis hin zum betont fordernden Schmachten ist alles drin. Dennoch schaffen es H.I.M., nie in den Kitsch abzudriften. Die Klischees, die dieser Band oft angelastet werden, füllen sie bei weitem nicht aus. Alles in allem ist "Love Metal" ein vielseitiges und doch typisches H.I.M.-Album geworden. Meiner Meinung nach prächtiger als alles bisher Dagewesene!

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