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13.01.2003 Autor: NU_AMAU

Tool Aenima

Aenima Bewertung: 12/12
Artistprofil von Tool

Mit diesem Album haben Tool den Begriff "Kunst" im Bereich der härteren Musik neu definiert. Das Album beginnt mit "Stinkfist", dem Song der auf MTV unter Zensur nur "Track 1" genannt wurde. In "Eulogy" rechnet man mit sogenannten Heuchlern deutlich ab "Come on, get of your fucking cross, we need the fucking space to nail the next fool martyr!" Diese Abrechnung dauert übrigens 8einhalb Minuten. "H." ist ebenfalls gwaltig, beginnt ruhig und wird immer lauter, auch lyrisch vom allerfeinsten! Der "Useful Idiot" leitet dann kurz und bündig über zu "FortySix&2", wobei ich bis heute an der Bedeutung des Titels rätsle. Der Song endet schließlich mit "Forty six and two are just ahead of me". Gewaltiger Song! Danach hat Harry Manback 1:55 Zeit um seine Morddrohungen auf Band zu sprechen. "Hooker With A Penis" ist der härteste Song auf der CD mit saucoolen Lyrics, in denen Maynard mit einem Typen abrechnet, der mit seinem Stinkefinger auf die Band zeigt und deren kommerziellen Ausverkauf vorhersagt - man rät ihm kurzerhand "Point that fuckin` finger up your ass!". Nach kurzer "Intermission" mit "Karussell-Musik" mündet das ganze in "Jimmy", wobei mir die dumpfen Gitarrenwände besonders den Atem geraubt haben. "Die Eier von Satan" klingen nach einer Mischung aus Satansbotschaft und Ansprache eines berühmten Diktators, sind aber im Endeffekt nur ein deutsches Rezept für türkische-Haschisch-Kekse! Das fast 10minütige "Pushit" beginnt mit einem leicht verzerrten Gesang und baut sich dann langsam auf. "Cesaro Summability" beginnt mit stark Echo-unterlegtem-Babygeschrei, welches Gänsehaut verursacht und stellt nur ein kurzes Zwischenspiel vor "Aenema" dar, in dem man über die L.A.-Freakshow schimpft und allen rät "schwimmen zu lernen" - im übertragenen Sinne natürlich! "(-)Ions" ist ein 4minütiger Übergang bzw. Zwischenspiel, der für mich ziemlich "stromgeladen" klingt und eine gute Unterlage für den längsten und zugleich letzten Song bildet. Dieser wäre dann "Third Eye". Maynard beginnt mit seiner Aussage und seiner Meinung über Drogen, wobei dann dieser über 13minütiger Geniestreich langsam beginnt. Der Refrain besteht anfangs nur aus einem Klopfgeräusch auf den Drums und der Song endet dann nach 13:47 mit der mehrmals wiederholten Aussage "Prying open my third eye" - sehr spirituell und meiner Meinung nach lyrisch der wichtigste Song auf dem Album, wobei man ihn schon sehr oft hören muß ehe er seine wahre Kunst entfaltet, was aufgrund der Länge nicht wenig Zeit in Anspruch nehmen dürfte! Das Album stellt ein geniales Gesamtkunstwerk dar und ist auf seinem Gebiet bisher unerreicht, einzig den Nachfolger "Lateralus" würde ich als gleichwertig betrachten! Absoluter Wahnsinn, sehr anspruchsvoll und Kunst vom Feinsten!

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