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14.12.2002 Autor: SPUD

Cave In - Jupiter

Es ist eines der wenigen Werke, welches dich langsam packt, ergreift und einfach nicht mehr loslässt. Unsichtbare Fäden zerren dich wie eine Marionette durch das Geschehen. Bist du dies registrierst, ist es jedoch zu spät. Längst bist du zum Resonanzkörper einer Dimension geworden, deren Komplexität dich immer wieder überrascht. "Jupiter" ist ein dichter Nebel, der deine Sinne verschleiert und dich aus der Realität drängt.

Vielschichtigkeit und verschiedenste Einflüsse schaffen eine sonderbare Grundstimmung, in welcher man sich überaus verloren aber auch unglaublich befreit fühlt. Ohnmächtig taumelt man, versucht zu begreifen, zumindest zu erahnen, was hier geschieht. Elegische Songs in Überlänge, gespickt mit dynamischen Songstrukturen und dem Hang zur Dramaturgie, bauschen sich wie dunkle Wolken zu einem bedrohlichen Unwetter auf, welches sich einfach nicht in einem Gewitter entladen will. Schwüle Luft drückt auf den Brustkorb, lässt dich verzweifelt nach Atem ringen. Doch du lässt alles geschehen, eine Überdosis an Endorphinen lähmt deine Ängste.

Was bleibt, ist Fassungslosigkeit und die Unwissenheit darüber, wohin dich dieses Album dich bringen wird. Die Sehnsucht nach jenem namenlosen Ort verschafft gleichzeitig Gewissheit darüber, dass ein Album wie "Jupiter" nicht von dieser Welt sein kann.

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