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13.11.2002 Autor: JAKOBIAN

Bright Eyes - Fevers And Mirrors

Ich möchte die "Zwölf" hier in einem der wenigen Fälle nicht als überschwenglich, sondern als MUSS verstanden wissen, denn dieses Album ist ein homogenes Gesamtkunstwer von einzigartiger Schönheit und beruhigender Traurigkeit.
Wenn Tanja Stumpff in ihrer Rezension ganz keck fragt was denn eigentlich das Gedicht oder das Interview sollen, kann man ganz einfach sagen: Atmosphäre. das Gedicht treibt einen in die Welt von Conor Oberst hinein und lässt einen erst wieder mit dem letzten Ton de Albums heraus. Das Interview hingegen zeigt einfach die Ambivalenz von Obersts Werk auf. Er beschreibt Dinge die er 2 Sätze später wieder wiederruft (etc.). Er ist ein seltsamer Mensch, ist uns aber so ähnlich wie kein zweiter. Conor Oberst spricht vielen Menschen aus der Seele, fasst das in Worte was andere nicht im Stande sind. Der Satz:"Ja, genau so ist es." wird einem beim Hören oft im Kopf umherschwirren.
Noch mal zurück zur Frage nach dem Sinn des Intros sowie des Interviews. Man könnte an einer Platte viele Dinge kritisieren wenn man nur lang genug zwischen der Musik sucht. Die Danksagung an Charles Manson im Toxicity Booklet Beispielsweise, oder die Minutenlange Pause auf dem neuen Sigur Rós Album. Wer suchet der findet, klar, aber nach der Musik scheint sie nicht gesucht zu haben.
Ihre Aussage über die teilweise "recht" gelungenen Mlodien und Instrumentierungen ist ein Witz. Die Songs sind durchgehend herzzerreissend und wunderbar. Oberst schafft es wie kein zweiter in seine Songs den Schmerz des Moments einzufangen und durch die Wiedererkennung fühlt man sich nicht so allein. Man kann also sagen: Bright Eyes ist Therapie ohne utopisch und verdrängend zu werden.
Conor Oberst singt über Trennung. Gibt es diese Arienette nun wirklich? Selbst als die Frage im interview gestellt wird beantwortet er sie nicht klar. "She`s just as real as you and I". Er beschreibt das Verlassenwerden mit wunderbaren Worten, zählt die lieben Sprüche und Versprechen auf um dann "Well Ha Ha Ha!" zu schreien. Er lacht in Verzweiflung über die Lügen dieser Welt. Er lacht darüber einer der Menschen zu sein die verstanden haben.

Where Are You Arienette?
Ich glaube er ist glücklich.

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