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26.09.2002 Autor: ALEXANDER_

Alice In Chains unplugged

zu beginn meiner rezension möchte ich mal gleich sagen, dass ich die zwölf punkte nicht herschenke, weil ich ein fan dieser großartigen truppe bin, sondern weil der begriff klassiker, den man eigentlich vorsichtig verwenden sollte, hier zutrifft. es ist halt so ein insider-klassiker, keine sau kennt die platte wirklich, mtv weigert sich vehement, das konzert zu zeigen (kleiner seitenhieb: warum spielen die eigentlich jeden april einen haufen cobaingedächtnisvideos, erwähnen jedoch laynes tod nicht einmal ansatzweise; kavka ausgenommen) , und verkauft hat sie sich auch nicht sooo gigantomanisch wie "nevermind" oder "ten". aber jetzt was zur platte. bei richtiger lautstärke gehört, von der außenwelt völlig isoliert, entwickelt sie ihre magie und bringt dem hörer zumindest eine stunde lang das gefühl, im studio zu sitzen. alles beginnt mit "nutshell", die akteure betreten unter tosendem applaus der reihe nach die stilvoll dekorierte bühne. danach folgt "brother", teilweise singt jerry nebst völliger stille, einfach wundervoll, "no excuses" ist ebenso ein grandioser song von der "jar of flies". mit sludge factory gelingt es layne, die stimmung für wenige minuten zu trüben, um die wenigen zuseher dann mit der mörderballade schlechthin "down in a hole" zu beglücken (dieser song gefällt sogar meiner mutter). darauf folgen "angry chair" und "rooster", und dann kommt die beste interpretation des abends, nämlich "got me wrong" von der "sap ep". traumhaft! auch "heaven beside you" kommt deutlich stimmungsgeladener als auf platte rüber, und "would" gefällt mir in dieser version zehnmal besser als auf "dirt". besonders, wenn layne am ende "am i wroooooooong, ..." anstimmt, fragt man sich warum unplugged platten eigentlich weniger verkaufen als studioplatten. das depressive "frogs" beglückt uns wieder mit einem von layne unglaublich leidenschaftlich vorgetragenen refrain ("why`s it have to be this way??"). wie schon beim abschiedsalbum stellt "over now" den schluß der platte dar, als draufgabe gibts dann noch einen gewöhnungsbedürftigen neuen song namens "killer is me", der jedoch nur diehardfans gefallen wird. wer glaubt, dass ich euch mit dieser kritik auf den arm nehmen will, der sollte sich die platte mal wirklich anhören und wird mir zustimmen. und ich gebe den kampf nicht auf, dass mtv statt der zehnten shakiraausstrahlung doch vielleicht mal ehrliche unpluggedmusik bringen könnte.

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