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24.08.2002 Autor: HAREKRSNA

Bright Eyes - Letting Off The Happiness

Trotz der Gefahr, eine Lieblingsgruppe zu hoch zu bewerten, sehe ich mich bei diesem Meisterwerk gezwungen, die Höchstnote zu verleihen. Denn es ist nicht übertrieben zu behaupten, dass Connor Oberst wie kaum ein anderer Künstler in den heutigen USA bezeichnendes Zeugnis von der Perspektivenlosigkeit seiner Heimat ablegt. Er bestätigt mit nur zehn Songs alle Befürchtungen, die man über das Leben in der US - Provinz jemals hegte. Und durch seine stets vollkommene Ensthaftigkeit ohne den geringsten Anflug zynischer oder gar ironischer Winkelzüge lässt den Hörer zu jedem Zeitpunt an seiner Agonie teilhaben. Ein junger Mann, der mit "a poetic retelling of an unfortunate Seduction" einen der intensivsten und besten Songs aller Zeiten geschrieben hat steht als Gallionsfigur der Menschlichkeit über einem Sumpf aus Ignoranz und Rassismus ohne es selbst zu bemerken. Und das ist keinesfalls übertrieben, weißt das musikalische Schaffen des Herren doch weit über sich hinaus und fokussiert mehr eine Kritik an der gesamten amerikanischen Gesellschaft als nur an seiner Heimatstadt. Vergleichbar mit den Filmen "Boys don´t cry" und U - Turn". Dieses Werk ist nicht nur sehr gut, sondern vor allem unglaublich wichtig. Natürlich kommt diese Rezension zu spät, wurde ich selbst doch auch erst durch das(sehr gute) Debüt der Desaparecidos auf das Schaffen Oberst´ aufmerksam. Doch vielleicht rückt mit Erscheinen der neuen Bright Eyes Platte, die vieles sogar besser macht als die hier besprochene, auch das Frühwerk der Gruppe wieder in den Mitelpunkt des Interesses.

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