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23.01.2001 Autor: KELMAN

Goldfrapp - Felt Mountain

GOLDFRAPP – Felt Mountain
( Mute , www.feltmountain.com )



Outer Space- Naturidylle- Jazzclub…was mögen diese drei Begriffe gemeinsam haben? Vordergründig erst einmal nichts natürlich. Beim Durchhören dieser Scheibe jedoch drängen sie sich als Bilder geradezu auf. Die Titel bewegen sich zwischen Sergio Leone- Zitat und Björk meets Classic. Stets ruhig im Fluss und dennoch mit enormer Tiefe. Die Instrumentierung alles andere als spartanisch mit String Ensemble, Percussions, Saxophon, Synths und Keyboards. Dennoch werden alle Möglichkeiten in ihrer Ausschöpfung immer dezent eingesetzt. Nie entsteht das Gefühl, die Songs wären überfrachtet oder kämen zäh und dickflüssig daher. Leichtigkeit in der Schwermütigkeit- Easy Listening fast. Die Texte ähneln surrealen Gedichten, handeln nicht, sondern lassen fühlen. Da fliegen dann auch schon mal rosa gepanzerte Fahrzeuge durch den Himmel bei Sonnenuntergang („Pilots“)- Synonym für Mauern um sich selbst und Heimeligkeit zugleich. „Oompa radar“ dagegen ist eine Karussellfahrt im Zeitlupentempo, während „Utopia“ in Arrangement wie Text zunächst ein wenig an Bono gemahnt, dann jedoch in, selbst für ihn allzu sphärischen Klängen, verglüht. Klänge und Töne, die all diejenigen noch aus ihrer Jugend kennen und die mächtig für Gänsehaut sorgten, wenn wieder einmal einer dieser B- Movies wie „Invasion vom Mars“ spätabends im Fernsehen lief.
Wer wird diese Scheibe mögen? Jeder, der sich die Wartezeit bis zum nächsten Portishead- Album verkürzen möchte, sich an Sigur Ros bereits übergehört hat oder bereits alle Björk- Releases sein Eigen nennt. Noch eines vielleicht: bei einer Scheibe, der es derartig gelingt, Bilder zu erzeugen, überrascht die aufwendige Covergestaltung schon ein wenig, stört aber auch nicht wirklich.
-Michael Kellenbenz-

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