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23.03.2001 Autor: HOFEE

Sepultura Nation

Nation Bewertung: 10/12
Artistprofil von Sepultura

Auch wenn die Visionsrezi recht wohlwollend war, spukt immer noch überall in den Köpfen der Zielgruppe herum, dass diese Platte wie schon ihr Vorgänger nix kann, und auch die beiden Vorabtracks auf der Roadrunner-HP ließen nicht wirklich eine Wiedererstärkung des Sepultribes erwarten. Weit gefehlt!

Natürlich knüpft auch "Nation" nicht an metallische Glanztaten der Vergangenheit an, und selbstverständlich handelt es sich dabei auch nicht um "Roots II". Dass besonders letzteres nicht machbar ist und auch wohl von niemandem ernsthaft gewünscht werden kann, wird bei jedem der wirklich überflüssigen Soulfly-Machwerke offenkundig. Stattdessen haben sich die Brasilianer und der auf der letzten Scheibe auf verlorenem Posten stehende Sänger Derek Greene einfach nur die besten Momente von "Roots" genommen und sie mit noch mehr Hardcore, aber auch mit Melodien und ruhigen Passagen angereichert. Ja, die Zeiten von Mäxchens stumpfem und eindimensionalen Geschrei sind wirklich vorbei, denn Greene kann nicht nur das, sondern ist tatsächlich auch in der Lage, wirklich zu singen, und das steht dem neuen Selbstverständis der Band gut zu Gesicht! Genauso wissen die facettenreichen Songs zu gefallen, die zwar manchmal allzu sehr auf das altbekannte Laut-Leise-Spiel bauen, aber dennoch auch nach mehrmaligem Hören noch Überraschungen offenbaren.

Das Digi-Pack (zur Abwechslung mal nicht 3 Monate später auf den Markt geworfen, sondern für die Käufer der ersten Stunde vorgesehen) kommt mit 4 fetten Bonustracks daher (3 Coverversionen, darunter eine coole Version von Bauhaus "Bela Lugosis dead" sowie die Liveversion von "Roots bloody roots") und ist in der Tat "value for money".

Ein Kritikpunkt sei am Ende aber doch gestattet: der von Steve Evetts betreute Sound ist soweit von der "Roots"-Urgewalt entfernt und klingt streckenweise so flach und schmalbrüstig, dass einem die wirklich guten Songs schon fast leid tun können. Auch wenn mittlerweile aus Angst vor der Schublade anscheinend niemand mehr irgendwas mit Ross Robinson zu tun haben will, hätte er wohl mehr aus dem vorhandenen Material gemacht.

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