Zur mobilen Seite wechseln
07.03.2002 Autor: DAVIDBINDER

Eels - Souljacker

Vorweg muß einmal eines festgestellt werden : Ich liebe Eels. Ihre ersten drei Alben zählen zu meinen Liebsten überhaupt und ich habe sie erst vor kurzem bei einem mich sehr überzeugenden Live-Auftritt erlebt. Aus diesen Gründen kann diese Kritik nicht objektiv sein. Im Gegensatz zu den früheren melancholischen, ruhigeren Werken rocken Eels diesmal gewaltig los. Behalten haben sie nur die manchmal etwas depressiven Texte, die ironischerweise meist nicht zur Musik passen. Ein Beispiel dafür ist die erst Single, "Souljacker part I", dass wirklich rockt, dabei allerdings die traurige Geschichte zweier unzufriedenen Jugendlichen erzählt. Ein anderes hervorzuhebendes Stück ist beispielsweise der Eröffnungstrack "Dog Faced Boy", ein eher simples Rockstück, dass von den Leiden eines zu stark behaarten Jungen erzählt. Aus Solidarität mit diesem, angeblich wirklich existierenden Buben ließ sich Mr E, der Mastermind der Eels, selbst einen Vollbart wachsen, der ihn irgendwie aussehen läßt wie Osama Bin Laden. Bei dem darauffolgenden "That`s not really funny" kommen dann die Bläser, die auch schon in den früheren Eels-Alben eine wichtige Rolle spielten, zum Einsatz, während in "Fresh Feeling", einem der schönsten Songs der CD ein Streicherpart aus einem Song des Vorgängeralbums "Daisies of the galaxy" gesampelt wird und genial in das Liebeslied eingebaut wird. Gegen Ende des Albums folgen mit "World of Shit" und "Souljacker part II" noch zwei eher traurige Stücke, die gut auf "Electro-Shock Blues" gepasst hätten. Im großen und ganzen dürfte Mr E den Tod seines Vaters, seiner Mutter und seiner Schwester innerhalb kürzester Zeit schön langsam überwunden haben, er hört jetzt endlich auf Trübsal zu blasen um ordentlich loszurocken. Es ist vielleicht nicht das beste Eels-Album, aber gut ist es allemal.

Plattenkritik schreiben