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06.03.2002 Autor: RINDENWURM

Alice In Chains dto

Klappe, die Letzte!
Überraschenderweise (eher hatte man Layne Staleys Tod erwartet) gab es 1995 ein weiteres Alice in Chains-Album, das bis heute auch das letzte geblieben ist. Musikalische Quantensprünge gab es keine zu vermelden, dafür aber alles was AIC ausmachte: schwere Riff-Rocker wie die Single-Auskopplungen „Grind“ und „Again“ oder die einzige Staley-Nummer „Head Creeps“, melancholische Balladen wie „Shame in You“, „God Am“ oder „Heaven Beside You“ und avantgardistischere Tracks, wie „Sludge Factory“ oder „Frogs“ (allesamt hervorragend). Auffällig, dass Jerry Cantrell sich diesmal größtenteils bei den Lyrics zurückgehalten hatte, die dadurch fast ausschließlich Staleys Seelenqualen gewidmet sind. Die kompletten Cantrell-Nummern hingegen („Grind“, „Heaven Beside You“ und „Over Now“) bilden einen Kontrast zu der wie auf „Dirt“ stark düsteren Atmosphäre des Albums.
Unschönerweise ist „Alice in Chains“ das einzige AIC-Album, dass mit dem „Nothin’ Song“ einen Füller enthält, der dann auch ironischerweise von einer Schreibblockade Staleys handelt. Ansonsten gibt es zu kritisieren, dass die Produktion von Toby Wright für meinen Geschmack die Stimme Layne Staleys nicht ausreichend zur Geltung bringt.
Nichtsdestotrotz ist das letzte AIC-Album eine runde Sache, die mir immer eben als letztes Album einer überragenden Band heilig bleiben wird und Fans guter Rockmusik wärmstens empfohlen werden kann.

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