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06.03.2002 Autor: RINDENWURM

Alice In Chains Dirt

Ich glaube diese Platte, landete bei den Visions-Besprechungen zu den besten Alben des Jahrzehnts(hunderts?) auf Platz 14. Bei mir wäre sie um einiges höher gestellt...
Zweifelsohne hat man es bei diesem meisterlichen Stück Musik mit einem der besten Rockalben unter dem Sternenhimmel zu tun. Ein Album ohne Ausfälle, voller (negativer) Emotionen, die einen mitreißen und nicht wieder loslassen und Texten, die noch längere Zeit schwer im Magen liegen.
Das Album zeigt sich deutlich doomiger und avantgardistischer als der Vorgänger "Facelift" und ist somit um einiges facettenreicher geraten als das schon brillante Debüt. "Them Bones" und "Dam that River" kommen düster rockend daher, "Rain when I Die" erinnert in seiner langsamen Schwere an "Love, Hate, Love". Für die Balladenfraktion gibt es mit "Rooster" und "Down in a Hole" zwei der meiner Meinung nach besten ruhigen Songs überhaupt. Und "Would?" ist ja sowieso einer der bekanntesten und beliebtesten Alternative-Rocksongs, die es gibt.
Das vollkommen bizarre Sickman bildet den Geheimtip des Albums: experimentell und mit überraschenden Wendungen ist der Song für einige vielleicht schon zu viel des Guten. Zusammen mit den Tracks "Junkhead", "Dirt", "Godsmack" (funky!), "Hate to Feel" und Angry Chair" (bei beiden letzteren zeigte Layne Staley erstmals, dass auch er ein wirklich versierter Songwriter ist) wird laut Jerry Cantrell hier die Geschichte eines Abhängigen geschildert, von der stumpfen Lobpreisung der Drogen bis hin zu konkreten Selbstmordgedanken.
Leider Gottes handelte es sich um keine fiktive Story, sondern um die des Layne Staley, eines der wohl besten Vocalisten aller Zeiten. Seine Sucht bedeutete letzendlich wohl auch das Ende dieser großartigen Band (schnüff), doch mit "Dirt" hat sich AIC ein Denkmal gesetzt, das wohl noch Generationen von jungen Bands als Inspirationsquelle dienen wird...

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