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01.03.2002 Autor: KOPFHOERER

Travis - The Invisible Band

Von diesem Album bin ich etwas entäuscht. Nicht dass es schlecht wäre, aber die ganz großen Melodien sind hier leider auch nicht vorhanden. Die vorab-Single "Sing" ließ ja einiges erwarten, denn als sie anno dazumal rauskam, war ich schon ziemlich begeistert. Und TRAVIS hatten wieder den kleinen Vorsprung wettgemacht, den COLDPLAY durch ihr grandioses Album "Parachutes" herausholten.

Leider kann dann aber das komplette Album das Versprechen nicht ganz einlösen, dass mit "Sing" gegben wurde. Die Lieder sind zwar alle sehr melodiös, aber echte Begeisterung mag nicht so richtig aufkommen.

Auch die Produktion kann nicht richtig überzeugen. Sie ist ein wenig lieblos und langweilig geraten, und gibt den Liedern selten den Halt, oder die Unterstützung, die sie eigentlich brauchen würden. Kein Vergleich zu der überaus gelungenen Produktion von den TURIN BRAKES, die ja im selben Fahrwasser umherschippern.

Aber zurück zu den Liedern. Vielleicht sollte man wissen, dass ich wirklich ein großer Fan dieses "New Acustic Movements" bin, und mich bisher eigentlich alle Vertreter dieser Richtung durchwegs zufrieden stellen konnten, und allen voran EMBRACE und die schon vorhin erwähnten TB Meisterwerke dieser Art vorlegten.

Und von Travis erwartete ich mir nichts weniger, was im nachhinein gesehen vielleicht ein Fehler war. Auch nach sehr intensiven Hören des Albums gibt´s eigentlich kein einziges Lied, dass einem Begeisterungsstürme hervorlockt. Wie gesagt sind die Lieder nicht schlecht, aber etwas (wie sag´ich´s bloß dem Kinde) fad und unspektakulär. Ein gutes Beispiel dafür ist das belanglose "Flowers in the Window", dass zwar eine eingängige Melodie besitzt, aber doch ziemlich langweilt, dass man gleichermaßen überrascht und verständnislos dreinschaut.

Nur ein einziges mal blitzt sowas wie Genialität auf, und zwar bei der Bridge von "Indefinitely", die so grandios daherkommt, dass es einem den Atem verschlägt. Das war´s dann aber auch schon wieder mit der Begeisterung.

Wenigstens schließt das Album mit den beiden besten Liedern. "Indefinitely" mit der eben erwähnten Bridge ist auch sonst ein wirklich tolles Stück, und das Schlußlied "The Humpty Dumpty Love Song" ist wahrscheinlich das Meisterstück der Platte (oder eher Gesellenstück). Es fängt sehr ruhig an, mit einer wunderschönen Melodie, und steigert sich dann mit einem merkwürdig klingenden Schlagzeug im linken Ohr. Wirklich sehr schön und schräg. So hätte ich mir das komplette Album gewünscht. Ja ja, ich weiß schon, das Leben ist eben kein Wunschkonzert.

Lustigerweise waren ja bei ihrer aktuellen Tournee TURIN BRAKES die Vorgruppe! Wieder so ein klassischer Fall, wo der Vorakt besser ist als der Hauptakt! Schaut vielleicht nur etwas blöd aus, wenn man nach der Vorgruppe wieder nach Hause geht! Nein nein, das war natürlich nur ein Scherz, ich wäre schon geblieben!

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