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25.02.2002 Autor: RINDENWURM

Alice In Chains Facelift

Hä, nur zwei Leserrezensionen zu Alice in Chains? Ist denn außer diesen Beiden keinem der enorme Einfluss dieser, meines Erachtens absolut fantastischen und epochialen Rockband bewusst, von der auch aktuelle Acts wie Godsmack oder Nickelback inspiriert sind? Da muss ich wohl einiges an Plattenkritiken verfassen... Da es im Visions-Archiv keine Rezension zum bahnbrechenden Debüt der Mannen aus Seattle (wo fast alle großen Band der Neunziger herkommen)gibt fange ich dann auch mal mit "Facelift" an. Ob es sich bei dem Album allerdings wirklich um um eine Schönheits-OP handelt ist wohl fragwürdig. Vielmehr hat man es bei "Facelift" mit einem Album des Übergangs zu tun, dass die Brücke zwischen dem hardrocklastigen und eher unbeschwerten Demotape "Heroin" und der abgrundtiefen Düsternis des Meilensteins "Dirt" bildet. Schon der Opener "We die Young", in dem Jerry Cantrell den Krieg zwischen den Seattler Street-Gangs beschreibt entzückt mit seinem doomigen Riff, danach folgt ein Hit nach dem anderen. "Man in the Box", "Sea of Sorrow" etc., etc, alles echte Rockklassiker, derer ich auch nach dem 1000. Hören nicht überdrüssig werden kann. Die Höhepunkte des Albums sind meiner Meinung nach das dramatische "Bleed the Freak" und das melancholische "Sunshine". Der musikalisch überraschendste Song, ist das funkige "I know somethin (Bout you)". Besonders positiv fallen zudem die gegenüber "Heroin" deutlich gereiften Vocals Layne Staleys auf, der nun über einen weitaus größeren Stimmumfang besitzt und einfach nur genial klingt. Im Vergleich zu späteren Alice in Chains-Platten untypisch ist, dass man keine einzige Ballade auf dem Album findet (Es sei denn, man zählt das tonnenschwere Mid-Tempostück "Love, Hate, Love" als eine solche, ich persönlich fand es durch sein langsames Tempo eher noch besonders heavy). Aber wen stört`s bei so einer Platte? Alles in Allem ein absolut grandioses Album, dass bereits erahnen ließ, wozu die Jungs um Haupt-Kreativkopf Jerry Cantrell mit "Dirt" noch fähig sein würden. Für all diejenigen, die sich die Mühe machen sollten diese viel zu lange Platten-Kritik zu Ende zu lesen kann meine Empfehlung nur lauten: KAUFEN!!!!

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