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15.02.2002 Autor: DELCHORUS

Nine Inch Nails - And All That Could Have Been. Live

Ich tue mich wirklich schwer mit diesem Album. Soll ich es lieben oder nicht? Ich meine NIN sind zweifelsohne genial. Trent Reznor ist wahrscheinlich einer der begnadetsten Songwriter dieser Tage. Umso überraschter war ich von "and all that could have been". Und zwar positiv und negativ. Die Tonqualität ist über alles erhaben. Druckvoller, homogener Verwöhnsound. Wahrscheinlich eines der besten Livealben überhaupt. Aber die Songs. Je länger ich NIN verfolge, desto mehr beschleicht mich das Gefühl, dass die Songs immer gleichförmiger klingen. Und zwar von den Harmonien her. Im Prinzip kann man über jedem Stück eine einfache Blues-Improvisation machen, was an sich nichts Schlechtes heisst, und liegt immer richtig. Ich hätte von fünf talentierten Musikern einfach ein Bisschen mehr erwartet. Die Songs auseinandernehmen, sezieren, andere Akkorde einfügen ohne den Inhalt zu verändern und richtig bombastische Klangwände aufzubauen. Vielleicht fehlt der Audio-CD einfach das visuelle Gegenüber, um sie vollkommen zu machen. Beim surfen auf der NIN-Page habe ich mir dann die akustischen Sachen zu Gemüte geführt. Und die, die haben mich fast aus den Socken gehauen! Sensationell. Piano, Klampfe und Trent. Eine perfekte Symbiose. Ich denke, dass dort die Zukunft von NIN liegt. In den eher feineren Tönen. Und diese Zukunft lässt uns Grosses erwarten. In diesem Sinne freue ich mich einfach auf weitere NIN-Alben. Vielleicht komme ich in ein paar Jahren hinter ein möglicherweise vorhandenes Geheimnis um "and all that could have been", und beginne zu verstehen...

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