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22.01.2001 Autor: SIRE

Smashing Pumpkins MACHINA II / The Friends and Enemies of Modern Music

Die Erwartungen waren (zumindest meinerseits) nicht übermäßig, als Kürbiskopf Corgan ein Album ankündigte, das größtenteils aus Outtakes und sogar B-Seiten und Alternativversionen besteht. Zumal das vorausgehende "MACHINA / Machines of God" trotz manchmal hervorragendstem Songwriting nicht so ganz überzeugen wollte. Zu bombastisch , zu überladen quollen die Songs aus den Boxen der verwöhnten Anlage, die erdulden mussten, wie die Pumpkins-Maschine einen Wall of Sound aufbaute, der es einem unmöglich machte, die (wahrscheinlich sogar vorhandenen) ausgeklügelten Arrangements zu erkennen.
Doch alldies braucht den geduldigen Fan, der sich "Friends and Enemies of Modern Music" aus dem Netz gezogen hat, nicht belasten. Auch von Popsongs, die so gar nicht zu "Machina" passen wollten, ist nichts mehr zu hören, stattdessen bekommen wir das, was Corgan uns für jenes Album versprochen hat: Innovativen, nicht so übermäßig ausgefeilten und über-bombastischen Rock. Verdammt guten sogar: "Glass Theme", "Cash Car Star", "Blue Skies Bring Tears" (hat mit dem Originalsong nur Textpassagen gemeinsam), "White Spider" und "Lucky 13" - unbegreiflich, was da zugunsten von Mist wie "The Sacred & The Profane" ausgemustert wurde. Die ruhigeren, nicht minder fantastischen Songs wie "Home" oder "Saturnine" stammen zum Teil noch aus alten "Adore"-Beständen.
Das schöne: Störende Songs, die einem das Gesamtkunstwerk "Machina II" ruinieren könnten, braucht man sich gar nicht erst runterladen - alle 25 Songs passen schließlich eh nicht auf eine CD. So kann man sich Ausrutscher wie "Real Love" (Bombast) oder "Innocence" (einfach schlecht) schenken und zwischen Alternativversionen auswählen, so ist die Piano-Version von "If there is a God" der Band-Version vorzuziehen.

"MACHINA II" schafft das, was ein Abschiedsalbum erreichen soll: dass einen das Ende der Band noch mal richtig wurmt.

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