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26.12.2001 Autor: ZEBHED

Slayer - God Hates Us All

Ernsthaft, früher habe ich mich nicht die Bohne für Slayer interessiert: Interview gelesen, "Slaytanic Wehrmacht"-Shirt im Mailorderkatalog gesehen, abgehakt - ist nichts für mich. Doch da man schliesslich musikalisch aufgeschlossen ist oder es zumindest zu sein versucht hab ich mir anlässlich des neuesten Outputs "GHUA", als Slayer wieder in allen Magazinen ihre Runde drehten, irgendwann ein Herz gefasst, den Computer angeschmissen und bin ab zur musikalischen Weiterbildung ins Internet: "Exile" heruntergeladen und ... boaaah bööööööse! Also Album gekauft: Nietzsche hätte sicherlich seine wahre Freude daran gehabt, denn was hier regiert ist Nihilismus in seiner pursten Form: der Mensch als freundliches Sozialwesen wird als erstes von Araya in Grund und Boden geschrien, anschliessend durch die fiesen Riffs in seine Einzelteile zerlegt und um auf Nummer sicher zu gehen von der dahinterherrollenden Doublebase noch ordentlich plattgewalzt; schon kapiert: dieses Album braucht Platz, da ist für den Humanismus nicht mehr viel übrig. Nicht Friede, Freude, Eierkuchen heissen hier die Schlagworte, sondern Hass, Apokalypse, Aggressionstorte. Und auf dieser Basis wird die Welt Slayers in all ihren Facetten erschaffen bzw. bei Bedarf auch schon mal zerstört. Slayer wissen genau, ihr Image ist platt, aber mindestens ebenso unerbittlich. Und genau das macht diese Band so einzigartig.

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