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09.12.2001 Autor: HALO_FOURTEE

Depeche Mode - Exciter

Nachdem man nach „Ultra" etwas dunklere und schwer verdauliche Kost gewohnt war, war ich mehr als überrascht, als ich zum ersten Mal das Video zur Single „Dream On" sah. Auf einmal bestand die Welt der drei Briten aus einer Welt leuchtend in den schimmerndsten Farben, unterlegt mit sphärischen Klängen, Melancholie, Atmosphäre. Die Suizidstimmung von „Ultra" war vergessen, ausgebügelt, vielleicht nie dagewesen. Und obwohl Martin Gore einmal sagte, die Stimmung von „Exciter" erinnere ihn an „Ultra", fühle ich dem nicht so nach.

Irgendwie ist „Exciter" abwechslungsreich und homogen in einem. Zwar unterscheiden sich alle Lieder irgendwie voneinander, manchmal nur sporadisch, manchmal um ganze Dimensionen, wie zum Beispiel die Single oder das etwas auf Konfrontationskurs getrimmte „The Dead of Night", aber irgend etwas verbindet all diese Lieder... sei es nur die perfekte Melange aus den spärlichen Tönen einer Akkustikgitarre und im Hintergrund säuselnden Synthi-Tönen der ersten ausgekoppelten Single oder dem behaglich wummernden Basslauf und dem einfach nur unter die Haut gehenden Gesang in „When the Body speaks".

Aber dies ist möglicherweise der Faktor, der die Lieder verbindet. Spärlich, aber unheimlich wirkungsvoll eingesetzte Samples, die im Raum umher driften und sich in unglaublich sphärischen Klangwelten aufhalten, und so etwas schaffen, was möglicherweise die „Exciter-Stimmung" prägt. Über die gesamte CD scheint ein in den am schönsten schimmernden Farben der Natur ein seidener Schleier gelegt zu sein, der zwar ab und zu von einigen Liedern übertönt wird, ansonsten jedoch jedem Lied eine ungewohnt zarte, atmosphärische und sonderbar melancholische, aber irgendwie nie traurige oder gar depressive Stimmung verleiht.

Anspieltips: „Dream On", „Shine", „When The Body Speaks", „Freelove"

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