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05.12.2001 Autor: HENNIBOY

Smashing Pumpkins Greatest Hits

Der musikalische Erlebnistrip, der auf der „Best Of - Rotten Apples", angeboten wird sollte einem Kritiker der aktuellen NuMetal Bewegung wieder etwas Hoffnung geben, dass die musikinteressierte Jugend, über die trivialen Melodien der Mainstream Bands wie Linkin’ Park oder 4Lyn, vielleicht doch noch ungecastete und musikalisch begabte Bands, die sich auch länger als 2 Jahre im Business behaupten können, akzeptieren oder auch erst kennenlernen. Denn läßt man sich auf die Reise durch die jahrelange Geschichte der Pumpkins ein, so muss eigentlich jeder davon begeistert sein, wie viele verschiedene Formen, den Hörer mit einerseits rockigen Songs wie cherub rock oder bullet with butterfly wings und andererseits melodischen Songs wie 1979 oder ava adore zu beglücken, hier vorhanden sind. Hier kann man endlich mal die Wurzeln der heutzutage so erfolgreichen Metalbands auf einen Schlag durchforsten und sich einmal Gedanken machen, warum die Smashing Pumpkins es nicht nötig hatten, beim Dome aufzutreten oder bei Bravo TV ständig Interviews zu geben. Wirkliche Fans freut diese Neuauflage nicht zuletzt, weil diese Doppel CD auch viele unreleased tracks beinhaltet. Schade ist allerdings, dass man, wegen der neuen Songs wie perfect oder try, try, try von den letzten Platten, die ja durchaus weniger den Nerv ihrer Fans trafen, auf Songs wie z.B. lily von der Mellon Collie and the infinite sadness, verzichten muss, obwohl diese einen anderen Style aufzeigen, als die vorhandenen Stücke. Zur Bonus CD Judas O kann man sagen, dass sei einem nach den letzten Alben Adore und Machina I + II wieder den altbewährten Pumpkins Sound präsentiert. Der furiose Start mit lucky 13 verzichtet auf eingängige Melodien, vermittelt aber, wie die größte Anzahl der anderen Songs ein ganz bestimmtes Gefühl. Wenn man auch sagen kann, dass die nächsten Stücke einen Stil repräsentieren, auf den man sich erst mal einlassen muss, was heutzutage ja anscheinend so schwierig ist, freut sich der Fan um so mehr, wenn in Track 5 believe, neben sanften Gitarren Arpeggios und Geigenklängen die Stimme von James Iah, seineszeichens Pumpkins Gitarrist und Solokünstler, hervorscheint. So nimmt sich Mastermind Corgan eine kleine Sangespause, was auf den vorigen Alben seltener der Fall war. Auf diese chillige Stimmung paßt my mistake, im typischen „Corgan und Klavier Stil" sehr schön, deswegen freut man sich über den einleitenden Kommentar zu marquis in spades („Fucker") nicht weniger, da dieser ein weiteres „Pumpkin typisches" Rockensemble einleitet. Auffallend sind im Folgenden eventuell noch die Songs 10 und 11, die recht elektronisch angehaucht sind, auf große Überraschungen muss man sich also nicht gefasst machen, vielleicht war dies auch genau das, was den neueren Alben weniger gut getan hat.

Henniboy

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