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23.11.2001 Autor: NEUROLOGIA

Tool lateralus

lateralus Bewertung: 6/12
Artistprofil von Tool

ich verstehe wirklich nicht, warum diese Platte in so hohen Tönen gelobt wird. Wahrscheinlich liegt es an der langen Abwesenheit von Tool, so daß nach knapp fünf Jahren wirklich alles mit offenen Armen empfangen wird. Sicherlich, Lateralus ist gut aufgemacht und produziert, weist aber genau jene Schwachpunkte auf, die bei anderen Bands kritisiert werden. Jeder der neuen Songs hätte auch auf den Vorgänger Aenima gepaßt und eine musikalische Weiterentwicklung findet nur in dem Sinne stand, daß die Lieder noch länger geworden sind. Auf Aenima war die Länge der Songs durchaus sinnvoll und gut arrangiert, aber auf Lateralus hat man nur noch das Gefühl, daß Tool die einzelnen Passagen in die Länge ziehen um ihrem Image gerecht zu werden. Sich vom Rest der Musikwelt abzuheben, in dem man die gleiche Gitarrenmelodie einfach vier Minuten am Stück spielt ist armseelig. Aenima ist ein Hammeralbum, aber der Erfolg ist den Herren von Tool wohl zu Kopf gestiegen.Auch das Konzept des Albums ist von Aenima kopiert worden. The Patient erinnert mehr als stark an H und auch Parabola ist das eindeutige Gegenstück zu Hooker with a penis. Das Album enthält teils sehr gute Songelemente, aber keine, die nicht entweder auf dem Vorgänger bereits enthalten waren oder die durch ihre Überlänge ziemlich langweilen. Wie ticks & leeches, dessen monotones Zwischenstück auch halb so lang schon nervtötend wäre. Also frage ich mich, wie kann man Bands wie Limp Bizkit für ihre Unkreativität verdammen, und dann bei Tool darüber hinwegsehen, nur weil das ganze interessanter verpackt ist. Dieses mystische Getue, die schwarzen Album-cover und die Knetmännchen aus den Videos wirken mittlerweile schon etwas abgegriffen. Bei Tool wird es eindeutig Zeit für neue Innovationen!

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