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19.11.2001 Autor: STOLENBIKE

Lostprophets The Fake Sound Of Progress

Das Erstlingswerk der sechs Waliser erschien ursprünglich schon im Sommer 2000, doch nun erst hat man sich entschlossen mit „Shinobi vs. Dragon Ninja“ eine Single zu veröffentlichen, welche am 26.11.01 erscheinen soll. Dieses hat man dann auch gleich als Anlass genommen, um das Album noch einmal auf den Markt zu bringen.
Und was die Lost Prophets uns mit „The Fake Sound Of Progress“ anbieten ist wirklich hörenswert, denn sie vereinen in ihrer Musik die zur Zeit angesagtesten Stil Richtungen. Der durchaus melodiöse Gesang wird größtenteils mit fetten und sehr eigenständig klingenden Nu Metal Sounds unterstützt, was dann zu guter letzt noch mit sehr funkigen Beats verfeinert wird. Und sogar Elemente des Hard- oder Emocores sind hin und wieder vernehmbar, zum Beispiel dann wenn Sänger Ian Watkins zeigt, dass er nicht nur schön wohl klingend daher trällern kann, sondern wie in „The Handsome Life Of Swing“ auch mal den verbalen Hammer auspackt.
Lost Prophets erinnern ein wenig an die früheren Incubus oder an Glassjaw und auch an den jetzigen Sound von Machine Head, was sich in ihrer Aggressivität und härte niederschlägt. Höhepunkte des Albums sind definitiv die Single „Shinobi vs. Dragon Ninja“, welche das Zeug zu einem echten Hit hat, weil es so eingängig, aber trotzdem nicht nervig ist, und der Titel-Song „The Fake Sound Of Progress“, welches ein sehr schöner melodiöser Song mit coolen Lyrics ist, der einem auch mal länger im Ohr bleiben kann. Leuten, die es etwas härter mögen, empfehle ich das schon erwähnte „The Handsome Life Of Swing“. Auch die sehr groovigen Interludes sind überaus gelungen, da sie sehr entspannt und smooth rüberkommen.
Alles in Allem also ein durchaus zu beachtendes Debüt und ich wage zu behaupten, dass wir in Zukunft noch eine Menge von den verlorenen Propheten hören werden. Allerdings verliert das Album in der Breite etwas an Kreativität, doch lässt es das definitiv noch vorhandene Potential der jungen, ambitionierten Jungs aus Wales vermuten.
Zwar waren sie erst vor kurzem hier in Deutschland im Vorprogramm von Muse zu sehen, doch bin ich mir sicher, dass wir bald noch einmal die Gelegenheit haben werden, um uns von ihren Live Qualitäten zu überzeugen.

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