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05.12.2002 Autor: BLACKEYE 0

Boysetsfire: Remise, Wil - (03.12.2002)

Boysetsfire, Death By Stereo, La Par Force

Yeah! Als ich Boysetsfire das letzte Mal sah, an der Deconstruction Tour 01 in Zürich, hatte ich eine neue Lieblingsband, und im Hardcore-Bereich ist sie das bis heute geblieben. So freute ich mich sehr darauf, diese absolut geniale Band in Begleitung einer fast gleich guten (Death By Stereo) und einer mir noch unbekannten (La Par Force) zu sehen.
La Par Force aus Deutschland machten den Anfang. Ihre Musik war deutlich weniger hart als die der beiden folgenden Bands, vor allem der Gesang der Frontfrau gab dem Sound eine andere Dimension. Gut waren sie aber allemal, obwohl noch nicht die richtige Stimmung aufkam.
Anders war es bei Death By Stereo, die gleich voll loslegten und ihre teilweise extrem schnellen Songs immer wieder mit (doppelten) Leadgitarren-Einlagen spickten, die eine Metal-Band nicht besser hingekriegt hätte. Der Sänger schrie und tobte, das Publikum ebenfalls, auf Aufforderung des Frontmannes bildete sich drei mal ein Circle Pit, und es tropfte von den Decken in der engen Remise. Mir gefiel die Show von Death By Stereo sehr gut, obwohl sie für meinen Geschmack manchmal zu aggressiv war.
Boysetsfire begannen mit "After The Eulogy" ebenfalls relativ aggressiv, doch wurde die Aggression immer wieder von Melancholie abgelöst, so wie es im Emocore eben üblich ist, oder wie auch immer man diesen Stil nennt. Nathan der Weise am Mikrofon erzählte den Zuschauern immer wieder etwas über die Zustände in den USA und widmete dem geliebten Präsidenten George W. Bush mit den Worten "this is a middle finger, a fuck off to you" den neuen Song "Release The Dogs". Von der neuen EP wurden drei Songs gespielt, einer davon war der vorher erwähnte, und sonst gab es alle "Hits" von "After The Eulogy". Die Genialität dieses Albums wurde mir wieder einmal deutlich vor Augen geführt. Keine andere HC-Band versteht, ihre Lieder und die darin steckenden Emotionen so gut und echt rüberzubringen. Die Band war sogar nett zu den zahlreichen Stagedivern, die immer wieder auf die Bühne kamen, und zwangen eine von ihnen, die gerade hinaufstieg, als der Song fertig war, zu bleiben, bis der nächste Song begann. Eine sehr sympathische Band, die auch durch sehr tightes und gutes Zusammenspiel überzeugt - musikalisch wie auch menschlich hochklassig.

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