Zur mobilen Seite wechseln
02.12.2002 Autor: NOLOGO 0

Boysetsfire: Bochum - (28.12.2002)

Yep. BoySetsFire spielen in Bochum auf. Das Interesse ist so groß, dass es bereits Wochen vorher keine Karten mehr gibt. Hinzu kommt das Gerücht, dass die Location(Matrix) zu viele Karten verkauft hat. Deshalb sind wir zeitig da und verbringen die Zeit mit rumsitzen und Schlangestehen vorm Merchandisestand. Um 21Uhr beginnt mit `Le par force` die erste Vorband. Macht keinen schlechten Eindruck- Mischung aus Discount minus Punkrock plus HC Einflüsse-, ist aber nach 4 Liedern nicht mehr so spannend. Nach knapp 25 Minuten haben sie ihr Set beendet und um viertel vor zehn kommt mit `Death by Stereo` Leben in die Bude. Zwar kann nicht jeder Song überzeugen, aber die Band gibt alles und kündigt zwei Circlepitsongs an, was in den hinteren Zuschauerreihen höhnisch kommentiert wird.
Vorne kommt die Menge ein wenig in Bewegung, ohne jedoch in Begeisterungsstürme zu geraten. Das ändert sich eine Stunde später…
Dass eine Band zu Beginn mit Beifall begrüsst wird, zeigt sicherlich schon ihre Ausnahmestellung. Und mit dem Opener ´After the eulogy´ zelebrieren ´BoySetsFire´ gleich ein Feuerwerk an hüpfenden, tanzenden und mitsingenden Leuten. Kurze Zeit später folgt mit ´Release the dogs´ bereits der erste Song der aktuellen EP ´Live for today´. Nathans Erklärung, dass der Inhalt des Liedes sich mit dem Regime Bush auseinandersetzt und die endende Aussage „Fuck George Bush“ stößt beim Publikum auf breite Zustimmung. Mit Vehicle ist endlich auch wieder Der Hit der Debut-EP im Programm. Hammer. Was folgt sind viele Stücke des ´After the eulogy´-Album, wobei subjektiv betrachtet ein, zwei Songs mehr vom ´The day the sun went out´-Output sicher nicht geschadet hätten. Mit dem Diskodauerbrenner ´My life in the knive trade´ kommt wieder 100% die Symbiose zwischen Aggressivität und Emotionalität zum Tragen. Mit den Zugaben `Hometown report card´ und ´Twelve step hammer program´ endet ein mal wieder ganz starkes Konzert, obwohl eine Auffrischung mit neuen Beiträgen des kommenden Albums in der designierten Tour 2003 sicherlich mehr Abwechslung verspricht.
Wenn man die für Konzerte in meinen Augen völlig beschissende Halle – das ganze hat etwas von einem U-Bahnschacht- und dem Fakt, dass Filmen auf der Bühne-„Hey man it´s sony music!“ mittlerweile nicht mehr gestattet ist, herausnimmt, kann man von einem in musikalischem Sinne sehr überzeugendem Konzert sprechen.
Ich hoffe dem Mädchen, welches bereits vorm Konzert kollabiert ist, geht es wieder besser, aber dieser kleine Zwischenfall passte irgendwie hinein in das Phänomen BoySetsFire- irgendwo zwischen Rockstars und kongenialer Ausnahmeband.

B.Spencer

alle Konzertkritiken aus der CommunityKonzertkritik schreiben

Bitte einloggen, wenn du diese Konzertkritik kommentieren möchtest.