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17.03.2001 Autor: MADDIN 0

Mudvayne: Essen - Zeche Carl - (16.03.2001)

Hmm.. Irgendwie weiß ich gar nicht, was ich schreiben soll. Das komplette Konzert samt Vorgruppen war auf jeden Fall im Großen und Ganzen okay, aber immer schön der Reihe nach: <br /><br />Zuerst einmal hat das Ganze mindestens eine halbe Stunde später angefangen als erhofft und gedacht. Die vier Mudvayner stolzierten irgendwie ständig durch die Katakomben und ich weiß noch immer nicht, ob es eher gut oder schlecht war, dass die Fans sie kaum eines Blickes würdigten und sie passieren ließen, als seien sie stinknormale Leute. Kein "hi" kam rüber, kein "I like your music".. Wie dem auch sei, irgendwann ging es in die recht kleine Halle und irgendwann standen plötzlich Stone The Crow auf der Bühne. Der Sänger war zu Anfang ein wenig unbeholfen oder zumindest schien mir das so. Nach kurzer Eingewöhnungszeit aber entpuppten sich die deutschen Jungs als das Highlight des Abends, die Musik war abwechslungsreich, die Performance okay, die Interaktion mit dem Publikum angemessen und überhaupt war man froh, dass man für die "New Metal"-Sachen (oder wie man Stone The Crow auch immer einordnen mag) nicht immer gen Staaten schielen muss. Außerdem hielt sich das Pogen (wie auch der Zuschauerandrang) noch stark in Grenzen. Ich fand sie so zumindest geil, daher hätten sie alleine in dieser Form mit ein paar Tracks mehr ihre eigene Wertung von 11 sicherlich bekommen. Das Album ist Pflicht für mich ;)<br /><br />Danach kam erstmal `ne längere Pause (Gerätetausch etc.), in der AC/DC gespielt wurde. Nichts gegen die Australier, aber nach einer Dreiviertelstunde ging mir der Sound nur noch auf den Sack und vorab sei gesagt, dass auch in der zweiten großen Pause wieder AC/DC gespielt wurde.. Abwechslung wäre da wirklich angebracht gewesen, insbesondere natürlich, wenn man bedacht hätte, was nach der Pause auf die Bühne tritt: Raging Speedhorn. Also neee.. Vorab (via MP3) hörte sich die Musik ganz okay an, obwohl ich mir auch nur einen Track gezogen habe. Ich kannte das englische Grüppchen ja nicht, aber live war das einfach nur noch Scheiße. Weil sich jeder Song gleich(scheiße) angehört hat. Okay, die pogende Menge vor der Bühne hatte ihren Spaß, aber ich wäre ohne Oropax (?) sicherlich irgendwann Amok gelaufen. Das war so ein Hardcore-NewMetal-Gekreisch-Krach-Supershit, dass ich nur noch lachen konnte. Drei der sechs (?) Mann starken Truppe sind irgendwie ständig in die Menge gesprochen und wurden vielleicht in 2% der Stage-Dives auch korrekt gefangen. Peinlich.. Das Gekreische enthielt im Übrigen auch irgendwie gar keinen Text (KEIN einziges Wort haben wir vier verstanden). Zuerst spendieren die Briten uns BSE, nun Raging Speedhorn, dankeschön.<br /><br />Nach besagter Pause mit AC/DC-Mucke (gääähn) kamen dann endlich Mudvayne und die Menge pogte beim Intro samt "Dig", dass sich die Balken bogen. Weil die ganze Halle mitmachte, waren wir auch schon irgendwann am anderen Ende der selben angelangt, ich habe unterwegs meinen rechten Schuh verloren, aber Gott sei Dank wiedergefunden, im Gegensatz zu meinen Kollegen. Nachdem das grandiose "Dig" aber alle war, hörte sich alles irgendwie gleich an. Schrei- und Gesang-Passagen wechselten sich ab, wobei sich gerade der leise Gesang dank kleinerer Akustikprobleme wie von Micky Mouse anhörte. Das Hauptproblem war, dass meine Mudvayne-Euphorie schon längst wieder verklungen war. Da konnte der Sänger noch so oft sein Mikro gegen den Kopf schlagen, richtig geil, fand ich es nicht. Die Show war okay, der Bassist ist wirklich der Hammer, aber spätestens nach der fuckfuckfuckfuckfuckfuckfuckfuckfuckfuckfuckfuckfuck-Orgie des Sängers hatte ich keinen Bock mehr. Der Typ da vorne schreit "Fuck you" und ein paar hundert Seelen im Publikum gröhlen.. naja. Fand ich nicht so dralle, dass jedes anderthalbte Wort bei den Laberpassagen "fuck" war. Aber letztendlich hatte ich meinen Spaß - irgendwie. Ich habe nicht viel erwartet und wurde zumindest in Hinsicht auf Stone The Crow sehr überrascht. Der Besuch hat sich also gelohnt, obwohl.. Mudvayne jetzt noch seltener von mir gehört werden wird. Schade.

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