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11.03.2002 Autor: IMION 0

System Of A Down: D-Dorf - (10.03.2002)

Düsseldorf, 10. 3. 2002, 18:30, Stahlwerk

Kurz nach der Erkenntnis, daß ich mit meinen 22 Lenzen wohl eher zum älteren Drittel gehöre, lasse ich mich durch die recht
zahlreich anwesenden Fear-Factory Anhängern zu leichten Melancholieanfällen hinreissen und philosophiere über Burton Bells
Zukunft und Dinos Körpergewicht... aber ich schweife ab...

Gut gelaunt trabt unsereins in die erste Reihe, und beobachtet das versammelte Fussvolk, vertreibt sich die Zeit mit
halbherziger Recherche betreffend Dillinger Escape Plan, ausser halbgaren Infos bezüglich Mike Pattons Fantomas/Mr. Bungle Tour gibt es nichts zu erfahren, scheint auch niemanden ernsthaft zu interessieren.

Dann der Auftritt besagter Band.. WTF?

KreischCore? WeirdoNoise?

...lässt sich schwer beschreiben, deswegen versuche ichs auch gar nicht.

Erstmal die Pros : Ich habe noch nie eine Band gesehen, die auf der Bühne DERMASSEN abgeht...und ich habe viele gesehen.
Ach ja, wo wir gerade beim Thema abgehen sind: Ich habe nichts gegen authentische Energieausbrüche, aber so ´ne derbe Poser-Scheisse muss echt nicht sein, Herr <insert name here>...das kannst du zu Hause vor´m Spiegel abziehen...
Technisch zumindest recht gut, auch wenn der Mischer es schafft, alles zu einem üblen Soundbrei zu verwursten. Anstrengend.
Vielleicht tue ich den Jungs Unrecht, aber es ist wohl eh keiner wg. DEP hier, da das Konzert schon ausverkauft war, bevor IRGENDJEMAND auch nur geringstes Interesse an einer eventuellen Vorband heucheln könnte, und wenn ich die Kritik zu Calculating Infinity zitieren dürfte "totale Ablehnung oder grenzenlose Bewunderung" , äh, ja. Damit wäre alles gesagt.

Dann eine scheinbar endlose Umbauphase, bevor der Moment kommt, in dem auch der besoffenste Penner die Klappe hält und wie
gebannt auf die Bühne starrt... SoaD rocken das Haus.

Wie gewohnt (oder zumindest vermutet) "prison song" als Opener und die Halle ist auf 180. Mehr. 210. Mindestens.

Wow.

In jeder Hinsicht professionell. Ganz gross.

Das Set birgt keine grossen Überraschungen, ausser "fuck the system" nur ein song, der nicht auf den beiden fantastischen
Alben vertreten ist, alle Knaller werden gebracht: suite pee, know, sugar, suggestions, spiders, war?, P.L.U.C.K., prison song, needles, deer dance, jet pilot, x, chop suey natürlich, bounce, atwa, science, toxicity, psycho, aerials, und og. fuck the system.

Etwas wehleidig fällt mir das Fehlen von "darts" auf, aber egal... forest wäre auch schön gewesen...

Die knapp 80 Minuten kommen einem vor wie eine Viertelstunde, und mangels einer Zugabe, und dennoch nicht enttäuscht verlässt man die Halle, mit der Gewissheit, eine der grössten Bands der letzten Jahre gesehen zu haben.

P. S. : Grüsse an das Mädel neben mir, das Johns Drumstick gekriegt hat, weil sie den Order so süss angezwinkert hat.

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